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„Niemand will einen Stylus“: Apple soll trotzdem einen Pencil fürs faltbare iPhone getestet haben
Steve Jobs hat sie als Eingabewerkzeuge abgelehnt. Apple soll für sein erstes faltbares iPhone trotzdem einen Stylus getestet haben. Zur Veröffentlichung wird der Stift jedoch nicht erwartet, über die Entwicklung eines Prototypen soll der Konzern nicht hinausgekommen sein.
Der Prototyp des Eingabestifts soll „stubbier“, also zu Deutsch kleiner und kräftiger, sein, um sich der besonderen Höhe des Geräts besser anzupassen. Er soll sich magnetisch am Gehäuse befestigen lassen, wie schon bei den iPads, und dort auch geladen werden.
The prototype Pencil is stubbier than iPad versions, to align with the unique height of the device. It also was designed to magnetically attach to the side of the phone for both storage and charging, similar to how the other Pencils work.
Gurman betont, dass er die Veröffentlichung eines Pencils für das iPhone Ultra für „unwahrscheinlich“ hält. Als Gründe nennt er die Handhabung und das Display: Der seitlich angeheftete Stift stört beim Aufklappen, auch wenn man ihn gar nicht nutzen will, und die Spitze dürfte Spuren auf dem empfindlichen Innendisplay hinterlassen.
Damit bleibt sich Apple treu. Der im Jahr 2011 verstorbene Mitgründer Steve Jobs lieferte zur Vorstellung des ersten iPhones im Jahr 2007 den berühmten Satz „Nobody wants a stylus“ als Begründung, weshalb das erste Smartphone des Konzerns auf ein Multitouch-Display setzte.
Samsung brach mit Jobs’ Mantra noch zu dessen Lebzeiten: Das erste Galaxy Note mit S Pen (Test) wurde am 1. September 2011 auf der IFA vorgestellt, gut fünf Wochen vor Jobs’ Tod am 5. Oktober. In den deutschen Handel kam es am 24. Oktober. Der Stift war über Jahre Bestandteil der Galaxy-Note-Serie und eines ihrer Hauptmerkmale. Heute steckt er im Gehäuse des aktuellen Galaxy S26 Ultra (Test). Mit dem iPad Pro hat Apple 2015 selbst einen Stift für die hauseigene Tabletreihe veröffentlicht – mit großem Erfolg.
Apples Schritt wirkt auf den ersten Blick skurril: Das aufgeklappte iPhone Ultra soll mit voraussichtlich 7,7 bis 7,8 Zoll immerhin eine Display-Diagonale haben, die nah an den 8,3 Zoll des Apple iPad mini liegt – und das kleinste iPad-Modell unterstützt sogar den vollwertigen Apple Pencil Pro. Doch beim iPhone Ultra, der neuen Speerspitze, soll darauf verzichtet werden? Ist Apple im Jahr 2007 stehen geblieben?
Ich denke nicht. Dass Apple den Schritt zu einem (kleineren) Stylus für das iPhone nicht wagt, dürfte rein physikalische Hintergründe haben: Der Stift müsste entweder fest über eine Aussparung oder, wie es Apple getestet hat, semifest über einen Magnetmechanismus integriert werden, ansonsten behält Steve Jobs recht und der Nutzer verliert den Stift am Ende nur und ärgert sich über sein mindestens 2.400 Euro teures Smartphone. Die Integration wird im geplanten Formfaktor aber vermutlich zur Zerreißprobe: Sowohl eine Aussparung, um den ganzen Stift im Gehäuse zu verstauen, als auch eine magnetische Landebahn würden Platz kosten, etwa für Magnete. Genau den hat Apple bei einem Gerät wie dem iPhone Ultra allen Erwartungen nach nicht. Schon beim iPhone Air (Hands-on) musste Apple Abstriche machen. Beim iPhone Ultra wird es deswegen wohl keine Telekamera geben, und jede zusätzliche Spielerei nimmt Platz für eine ausreichende Akkulaufzeit weg. Auch Samsung hat dem S‑Pen daher zugunsten eines dünneren Gehäuses und einer dickeren Schutzschicht aus ultradünnem Glas im Galaxy Z Fold 7 letztes Jahr abgeschworen.
Aber mal abwarten, was tatsächlich kommt: Noch ist das iPhone Ultra, wie das erste faltbare iPhone in der Gerüchteküche genannt wird, nicht erschienen. Eine Vorstellung wird für den 9. September erwartet.