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BYD könnte mit Kei-Car-Technik den europäischen Kleinstwagenmarkt aufmischen
BYD will die Batterietechnik seines japanischen Kei-Cars Racco für kleine E-Autos in Europa nutzen. Das könnte VW, Renault und Stellantis unter Druck setzen.
BYD produziert den Racco exklusiv als Kei-Car für den japanischen Markt. Die Technik könnte künftig Modellen für Europa zugutekommen.
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Die E-Mobilität bietet auch aufgrund ihrer hohen Effizienz die Chance, einen gewissen Anteil weniger statusorientierter, dafür pragmatisch denkender Kunden dazuzugewinnen. Dabei könnten schon aus Kostengründen besonders kleine Autos eine Rolle spielen. Dazu brauchen sie nicht so winzig zu werden, wie die in Japan aus Platz- und Steuergründen so beliebten Kei-Cars. Das meiste, was sich unterhalb elektrischer Kleinwagen abspielt, passiert zurzeit jedenfalls noch in der Klasse der Leichtkraftwagen L6e/L7e vom Schlage eines Opel Rocks (Test) (alias Citroën Ami oder Fiat Topolino aus demselben Konzern), die bei vielen Kunden Sicherheitsfragen aufwerfen. Den Zwischenraum möchte nun offenbar der chinesische Autogroßhersteller BYD nutzen. Für einen künftigen Kleinstwagen möchte er die Technik-Erfahrungen aus dem Kei-Car Racco nutzen, das er exklusiv für Japan fertigt.
Wie CnEVPost unter Berufung auf einen Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung Nikkei meldet, habe BYD kürzlich offenbar entschieden, seine im Racco erstmals benutzte, hochintegrierte E-Auto-Technik als Grundlage für eine globale Kleinwagen-Baureihe zu verwenden. Das sogenannte X-PACK integriert zentrale Antriebskomponenten direkt ins Batteriegehäuse und soll so kompaktere, günstigere Fahrzeuge ermöglichen. Die detaillierte Entwicklung soll innerhalb weniger Jahre abgeschlossen werden. Neben Europa seien auch Südostasien und Südamerika als Zielmärkte vorgesehen.
X-PACK fasst laut einer technischen Analyse zehn Komponenten zusammen, darunter Inverter, DC-DC-Wandler, Onboard-Lader, Batteriemanagementsystem (BMS), Klimasteuergerät und die zentrale Fahrzeugsteuereinheit (VCU). Herkömmliche E-Autos verteilen diese Bauteile auf den Motorraum und andere Bereiche, was bei sehr kleinen Fahrzeugen den knappen Innenraum weiter einschränkt. BYD verbaut das gesamte System stattdessen unter dem Fahrzeugboden, was mehr Platz für Passagiere und eine bessere Crashstruktur im Frontbereich schaffen soll. Als Basis dient BYDs bewährte Blade Battery mit LFP-Zellchemie, die als thermisch stabil und langlebig gilt.
Der BYD Racco ist ein elektrisches Kei-Car für den japanischen Markt und misst 339 × 148 × 180 Zentimeter. In der teureren Variante bietet er einen 35,84-kWh-Akku mit 320 Kilometern WLTC-Reichweite und 50-kW-DC-Schnellladen. BYD bezeichnet ihn als erstes elektrisches Kei-Car in Japan mit über 300 Kilometern Reichweite. Der Listenpreis beginnt bei umgerechnet rund 11.600 Euro; nach Abzug einer japanischen Regierungssubvention liegt er unter 2 Millionen Yen (knapp 11.000 Euro). In den ersten zwei Wochen nach dem Verkaufsstart am 28. Juli 2026 gingen 1002 Bestellungen ein und übertrafen damit das interne Ziel.
Für den europäischen Markt könnte BYD von regulatorischem Rückenwind profitieren: Die EU-Kommission legte Ende 2025 einen Vorschlag für eine Subkategorie „M1E“ nach abgeschwächtem japanischem Kei-Car-Vorbild vor: Die Fahrzeuge mit maximal 4,2 Metern Länge, E-Antrieb und voller Sicherheitsausstattung dürften endlich wieder eine solide Definition von „Kleinstwagen“ bieten und die beliebte Diskussion vermeiden, ob damit nun kleine Kleinwagen oder eben die oben erwähnten L7e zu verstehen seien. Vor allem aber sollen sie, wenn sie in der EU produziert werden, eine bevorzugte Behandlung bei Subventionen und regulatorischen Anforderungen erhalten. BYD erwägt, X-PACK-basierte Kleinwagen in seinem Werk in Ungarn zu fertigen, dessen Produktionsstart für 2026 angekündigt ist. Eine lokale Produktion würde nicht nur die Förderkriterien erfüllen, sondern