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Erreichen die globalen Ernährungssysteme ihre Ziele bis 2030?
Bei fast allen untersuchten Zielen und Vergleichswerten liegen die weltweiten Ernährungssysteme deutlich hinter dem Pfad für 2030. Eine Analyse von 197 Ländern und 44 Indikatoren zeigt, dass die bisherigen Veränderungsraten für die meisten Länder nicht ausreichen. Bis 2050 wären viele Vorgaben noch erreichbar, wenn Staaten ihren Kurs deutlich beschleunigen.
Genf (Schweiz). Ernährungssysteme sollen Menschen zuverlässig mit gesunder Nahrung versorgen, Lebensgrundlagen sichern und zugleich Umwelt und Klima schonen, doch für diese vielen Aufgaben existieren bislang meist getrennte Zielgrößen. Deshalb war es schwer vergleichbar, wie weit Länder bei der Transformation ihrer Ernährungssysteme insgesamt gekommen sind und welches Tempo für vereinbarte Ziele noch nötig wäre.
Forscher der Columbia Climate School um Dr. Bianca Carducci haben nun die Leistung von Ernährungssystemen systematisch mit globalen Zielen und empirischen Vergleichswerten abgeglichen. Die Analyse umfasst 197 Länder und 44 Indikatoren aus Ernährung und Gesundheit, Umwelt und Produktion, Lebensgrundlagen und Gerechtigkeit, Regierungsführung sowie Resilienz. Das Team identifizierte 30 globale Zielvorgaben, während es für weitere Kennzahlen Vergleichswerte aus besonders gut abschneidenden Ländern ableitete.
„Was diesen Countdown-Bericht anders macht, ist, dass er den Ländern nicht nur sagt, ob sie sich in die richtige Richtung bewegen. Er zeigt ihnen auch, wie weit sie noch gehen müssen, und zwar gemessen an einem Vergleichswert, der tatsächlich erreichbar ist. Dieser Unterschied zwischen der Verfolgung von Trends und der Messung von Leistung macht aus einer Beobachtungsübung ein Instrument der Rechenschaftspflicht“, sagt Dr. Bianca Carducci.
Im globalen Mittel ist nur eines der untersuchten Ziele bereits vollständig erreicht, die Zahl der Mobilfunkanschlüsse als Indikator für Vernetzung und Resilienz. Beim Fischereigesundheitsindex und bei der Veränderung der Treibhausgasemissionen von Ernährungssystemen liegt der weltweite Mittelwert dagegen jeweils mehr als 75 Prozent vom Ziel entfernt.
Noch deutlicher wird die Lücke, wenn die Forscher die Entwicklung seit 2015 fortschreiben und die bisherigen Veränderungsraten bis 2030 verlängern. Für die meisten Länder reicht dieses Tempo bei keinem globalen Ziel und keinem ersatzweise verwendeten globalen Vergleichswert aus, während viele Staaten bei einzelnen Indikatoren stagnieren oder sich sogar in die unerwünschte Richtung bewegen.
„Rechenschaftspflicht für die Transformation von Ernährungssystemen erfordert beschleunigten Fortschritt. Ohne ihn drohen die Bemühungen eher performativ als transformativ zu werden. Wir können es uns nicht länger leisten, im bisherigen Tempo weiterzumachen“, sagt Prof. Mario Herrero von der Cornell University.
Regionale und einkommensbezogene Vergleichswerte ergeben ein etwas günstigeres Bild, weil sie Länder mit ähnlicheren Ausgangsbedingungen miteinander vergleichen und deshalb meist weniger anspruchsvoll sind. In Afrika liegt der Durchschnitt bei der Bezahlbarkeit einer gesunden Ernährung beispielsweise 58,7 Prozentpunkte vom globalen Vergleichswert entfernt. Gegenüber dem regionalen Vergleichswert schrumpft diese Lücke auf 32,2 Prozentpunkte.
Für 2050 verschiebt sich das Bild, denn mit zwei zusätzlichen Jahrzehnten wären viele Ziele und Vergleichswerte in zumindest einigen Weltregionen mit deutlich geringeren jährlichen Veränderungen erreichbar. Bei vielen regionalen Vergleichswerten läge die nötige jährliche Veränderung dann unter zehn Prozent, sofern Länder ihren Fortschritt rasch beschleunigen und anschließend kontinuierlich aufrechterhalten.
Einige Bereiche bleiben jedoch auch langfristig besonders schwierig, darunter die Emissionen der Ernährungssysteme, Kinderarbeit und Ernährungsunsicherheit. Für das Emissionsziel wären bis 2030 in allen Regionen jährliche Rückgänge von mehr als 70 Prozent nötig, wobei die Studie solche Raten nicht als realistische Prognose bewertet, sondern al