// COMPUTERBASE — GAMING
Wie gut ist The Blood of Dawnwalker?: Harte Entscheidungen sorgen für Frische
The Witcher 3, aber anders – irgendwie ist das der Kern von The Blood of Dawnwalker. Das Erstlingswerk erfüllt die Hoffnungen zum größten Teil. Es überzeugt weitgehend in Tests. Seine Stärken liegen vor allem im Bereich der Welt und der Story.
Es gibt durchaus einiges im heiß erwarteten Rollenspiel, das an den Hexer erinnert. Kein Wunder: Die Entwickler stammen teils von CD Projekt. Sie konzentrieren sich aber nicht auf Bewährtes, sie denken ihr Rollenspiel weiter, verraten die Tester – ohne Stärken aufzugeben. Zu denen zählt eindeutig die Welt, das „exzellente“ (Eurogamer) Questdesign und die Story. Ein düsterer Grundton, scheinbar nur falsche Entscheidungen, aber auch eine gewisse Hoffnungslosigkeit geben hier aber noch einmal eine andere Note, loben Tester zusammen mit dem Writing und einer Welt, die tatsächlich auf Aktionen des Spiels reagiert.
Spielerisch wird das Setting, so heben mehrere Berichte wie der von Destructoid hervor, durch Zeit getragen, die zur Ressource wird. Es stehen nur 30 Tage mit jeweils 16 Zeitblöcken zur Verfügung, um die Familie des Helden zu retten. Und jede Aufgabe, von denen es unzählig viele gibt, verbrauche Zeit. So liegt dem Spiel immer Druck zu Grunde und ein Abwägen: Helfen, einem Hinweis nachgehen oder lieber nicht? Der Weg ist freigestellt, Tester sind von den viel drängenderen Abwägungen überzeugt. Game Informer bemängelt allerdings am deutlichsten, dass die realen Auswirkungen des Systems in der Realität nicht groß genug sind. Und doch: Dem Spiel wird zugestanden, dass Entscheidungen viel mehr Gewicht haben.
Das Kampfsystem schneidet eher durchwachsen ab. Nicht aufgrund seiner Konzeption, bei der Angriffe aus verschiedenen Richtungen essentiell sind, sondern vor allem weil Gegner viele Trefferpunkte haben. Das wird eintönig, moniert beispielsweise 4P. Mehr als einmal wird deshalb empfohlen, den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen. Dort werde stärker ausgeteilt – und zwar von allen Parteien. Darüber hinaus findet Gamespot, dass Fertigkeiten zu wenig Auswirkungen hätten. Kämpfe werden vereinzelt deshalb als eintönig empfunden. Abwechslung schafft die Unterscheidung von Tag und Nacht, denn mit dem Wechsel zur Vampirform ändert sich auch das Gameplay erheblich. Technisch hat der Titel zudem noch Optimierungsbedarf, er fällt durch eher hohe Anforderungen auf, die nicht im richtigen Verhältnis zur Grafik stehen.
In Blood of Dawnwalker steckt ein erzählerisch grandioses Spiel, das nicht einfach nur Bewährtes nachbaut. Viele seiner Ideen versprechen Stillstand im Genre aufzubrechen. Wenn der größte Wunsch neben Änderungen am Kampfsystem fast der nach einer radikaleren Version des Konzepts ist, spricht viel für das Spiel. Es ist also ganz klar ein „tolles Debüt“ (Eurogamer), vereinzelt sogar das Spiel des Jahres (Destructoid) und vielleicht nicht radikal anders, aber etwas Besonderes (4P). Insofern lässt sich bilanzieren, dass Rebel Wolves ein überzeugendes Erstlingswerk hinlegt, an dem Genrefans viel Spaß haben werden.