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Berlin: Passwörter abgeflossen, 12.000 Systeme werden gescannt
Die Berliner Senatsverwaltung hat bestätigt, dass auch Passwörter beim Cyberangriff aus dem August entwendet wurden. Alle Systeme werden geprüft.
(Bild: YouTube / Senatsverwaltung Berlin / Screenshot: heise medien)
Es seien „eine Menge an Daten abgeflossen“, sagte die Berliner Senatssprecherin Christine Richter bei einer Pressekonferenz im Anschluss an eine Sitzung des Senats am Dienstag. Dabei seien auch „Passwörter für einige Fachverfahren bekannt geworden.“ Richter bestätigte damit erstmals, was die Erpresser Ende der vergangenen Woche behauptet hatten: Bei dem Cyberangriff, der mindestens seit Mitte August auf zwei Senatsverwaltungen durchgeführt wurde, fielen den Kriminellen auch Passwörter im Klartext in die Hände.
Dies belegt einen Teil der Darstellung der Ransomware-Bande „Rhysida“, welche diese mit Screenshots auf ihrer Darkweb-Seite erhebt. Demnach wurden bei den beiden angegriffenen Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie für Mobilität, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz Passwortlisten im Klartext in Office-Dateien gespeichert. Rhysida behauptet auch, dass daneben zehntausende Verträge des Landes Berlin, Justizunterlagen über laufende Verfahren sowie gescannte Ausweisdokumente erbeutet wurden.
Außer zu den Passwörtern wollte sich die Senatsverwaltung in der Pressekonferenz auf Nachfragen nicht zu Art und Umfang der abgeflossenen Daten äußern. Die Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz, Dr. Felor Badenberg, betonte zum Ermittlungsverfahren, dass sie aus ermittlungstaktischen Gründen keine Stellung nehmen könne. Bestätigt wurde jedoch, dass die Mitarbeiter der beiden betroffenen Verwaltungen sich derzeit nicht aus dem Homeofficeoffice in die Systeme einloggen könnten. Sie seien aber per Mail erreichbar. Derzeit würden „weitere Sicherheitsmaßnahmen ergriffen.“
Dazu gehöre auch, dass alle 12.000 digitalen Systeme des Landes Berlin derzeit überprüft würden. Wie lange das dauern soll, ist unklar, es werde „rund um die Uhr daran gearbeitet“. Nach bisherigem Stand sollen die Kriminellen nur Zugang zu den beiden genannten Verwaltungen gehabt haben, so die Sprecherinnen am Dienstag. Die beiden „Hauptdomains“ dieser Behörden seien schon „zu 100 Prozent überprüft worden.“ Die Cybergangster behaupten, 5,79 TByte an Daten aus den Systemen ausgeleitet zu haben.
Diese wollen sie, falls das Land Berlin nicht 30 Bitcoin bezahlt (derzeit rund 2 Millionen Euro), am Freitag veröffentlichen. „Das Land Berlin wird sich nicht erpressen lassen“, sagte Christine Richter. Sie wiederholte damit wortgleich die Haltung des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner vom Freitag. Falls Daten veröffentlicht würden, sollen „Bürgerinnen und Bürger sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informiert werden“.
Im Übrigen liegt der Senatsverwaltung seit Samstag ein kurzer Fragenkatalog von heise online zur Art der abgeflossenen Daten, deren möglicher Authentizität und den technischen Umständen der Attacke vor. Darauf gibt es bisher keinerlei inhaltliche Antwort.
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