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DHL lässt Fracht über den Atlantik segeln
DHL will ab 2027 Fracht von der französischen Reederei Vela über den Atlantik transportieren lassen. Deren Schiffe fahren emissionsfrei.
DHL lässt Fracht über den Atlantik segeln: Das Logistikunternehmen hat eine Partnerschaft mit der französischen Reederei Vela geschlossen. Diese soll künftig ab dem kommenden Jahr Fracht für DHL auf Segelschiffen über den Atlantik transportieren.
Die Schiffe sollen zwischen Caen-Ouistreham in der Normandie und New Haven im US-Bundesstaat Connecticut verkehren, kündigte Vela an. Die Ladekapazität der 67 Meter langen Segler beträgt 415 Tonnen respektive 600 Europaletten. Die Überfahrt soll 15 Tage dauern – zum Vergleich: Ein konventioneller Containerfrachter überquert den Atlantik in neun etwa Tagen.
Ziel der Kooperation sei, die Kohlendioxidemissionen im Frachtverkehr zu senken, schreibt das Unternehmen in einem Linkedin-Beitrag. „Indem wir die 100 Prozent windangetriebenen Fracht-Trimarane von Vela mit der erstklassigen Logistik und Zollkompetenz von DHL kombinieren, bieten wir eine Alternative, die darauf ausgelegt ist, die Emissionen im Transportwesen drastisch zu senken, ohne Abstriche bei Sicherheit, Zuverlässigkeit oder Qualität zu machen.“
Bei den Frachtern von Vela handelt es sich um Trimarane, also Schiffe mit drei Rümpfen. Mehrrumpfschiffe haben den Vorteil eines geringeren Tiefgangs und damit eines geringeren Wasserwiderstands als Schiffe mit einem Rumpf. Die Besegelung des Zweimasters ähnelt der einer Segelyacht, was die Handhabung einfacher macht als bei einem Schiff mit Rahsegeln. Damit sollen die Schiffe Geschwindigkeiten von 14 Knoten, das sind knapp 26 Kilometer pro Stunde, erreichen, sagte Michaël Fernandez-Ferri, einer der Vela-Gründer, dem Wall Street Journal.
Dass die Schiffe eher einer Hochleistungs-Rennyacht als einem konventionellen Schiff ähneln, hat einen Grund: Einer der fünf Gründer von Vela ist François Gabart, ein Profisegler. Gabart gewann unter anderem die Vendée Globe 2012/2013. Das Einhandrennen um die Welt gilt als eine der härtesten und prestigeträchtigsten Regatten der Welt. Es ist bis heute der jüngste Vendée-Globe-Sieger.
Etwa 90 Prozent des Welthandels werden auf dem Seeweg abgewickelt. Der Schiffsverkehr macht knapp drei Prozent der weltweiten Kohlendioxidemissionen aus, 13 Prozent der Schwefel- sowie etwa 30 Prozent der Stickoxidemissionen. Hinzu kommen Rußpartikel und Feinstaub. Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) der Vereinten Nationen hat 2023 das Ziel ausgegeben, dass Schiffe 2050 klimaneutral sein müssen.
Hinzu kommt, dass der Antrieb der Vela-Schiffe nichts kostet. Angesichts der aktuellen Ölpreisentwicklung macht das die Frachtsegler noch einmal attraktiver. Vela ist auch nicht das einzige Unternehmen, das auf den Antrieb mit Wind setzt. Andere Konzepte nutzen Kites, Starrsegel oder Flettner-Rotoren, allerdings als Hilfsantriebe.
Der erste Vela-Trimaran, der für DHL segelt, soll laut Website Anfang kommenden Jahres in See stechen.
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