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Bürger nutzen sie kaum: „ePA für alle“ eine ePA für Wenige?
Nur rund ein Viertel interessiert sich für die Nutzung der eigenen ePA – und viele der Interessierten scheitern dann an umständlicher Registrierung für die App.
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Das Interesse der Deutschen an der Nutzung der eigenen elektronischen Patientenakte (ePA) bleibt laut einer Studie der Ernst-Abbe-Hochschule Jena weiterhin gering – und das trotz hoher Bekanntheitswerte. Laut der repräsentativen Umfrage zeigt sich bereits die Registrierungsphase für die ePA-App als kritischer Punkt, an dem viele Zugangsversuche scheitern. Die Erwartung, dass die ePA Bürgerinnen und Bürger informiert und zu eigenverantwortlichen Entscheidungen befähigt, erfülle sich so nur teilweise, heißt es in der Studie.
So ist die ePA zwar 87 Prozent der Befragten bekannt, aber nur 24 Prozent haben Interesse an einer Nutzung. Nur 21 Prozent haben dann tatsächlich einen Anmeldeversuch unternommen und davon ist auch noch etwas mehr als die Hälfte gescheitert. Damit verblieben noch 10 Prozent, die die Erstanmeldung hinter sich gebracht hätten. Hier schränken die Forscher allerdings ein, dass bei manchen Befragten auch eine Verwechslung mit anderen digitalen Gesundheitsangeboten vorliegen könnte. Dafür spricht, dass die 10 Prozent deutlich über den von den Kassen gemeldeten 3,6 Prozent bei den Registrierungen liegen. Eine mehrfache Nutzung hätten letztlich nur 3,4 Prozent angegeben.
Als Hürden bei der Anmeldung für die ePA-App nannten die Abbrecher unter anderem einen frustrierenden Anmeldeprozess (35 Prozent). 25 Prozent gaben an, dass notwendige Identifizierungsmöglichkeiten wie PINs nicht vorhanden waren. 31 Prozent brachen den Vorgang wegen der Komplexität und Länge ab. Die Studienautoren verweisen auf vielfache Medienbrüche bei den Anmeldeverfahren, etwa die postalische Übermittlung von PINs, die generell für besonders hohe Abbruchgefahr sorgten.
Gerade bei Personen mit geringerem Bildungsgrad scheiterten die Anmeldungen häufiger als bei höheren Bildungsniveaus. Auch geht ein höheres Alter mit geringerer Anmeldequote einher. Ferner machten ein geringes Einkommen und geringe digitale Affinität die Nutzung unwahrscheinlicher. So werde dann der ePA-Zugang letztlich deutlich häufiger von Menschen mit Hochschulabschluss genutzt. Unter den Personen mit aktiver Nutzung der ePA bewerteten rund 55 Prozent sie als hilfreiches Informationsinstrument. Nutzer hätten von Informationsgewinnen und einer besseren Übersicht über ihre persönliche Situation gesprochen – wer durchhält, kann also durchaus von der ePA profitieren.
Die Forscher folgern aus den Ergebnissen, dass die Digitalisierung administrative Hürden nicht automatisch beseitigt, sondern sogar neue Formen von Zugangsbarrieren erzeugt. Sie sehen ebenfalls als zentralen Befund, dass der Zugangsprozess zur ePA stark sozial selektiv ausfällt. Hier zeige sich der auch aus anderen Bereichen bekannte „digital divide“. Befragt wurden den Angaben nach 1077 Personen zwischen Januar und Februar 2026, ferner gab es eine Ergänzungsstichprobe unter 220 ePA-Nutzern.
Zum Ergebnis, dass die ePA zwar den meisten gesetzlich Versicherten ein Begriff ist, aber nur von einer Minderheit genutzt wird, kam Anfang des Jahres auch schon eine repräsentative Befragung im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Der vzbv hatte ebenfalls Rückmeldungen der Verbraucherinnen ausgewertet, in denen die teilweise mehrstufigen und als unübersichtlich empfundenen Registrierungsprozesse kritisiert wurden. Teilweise sei neben der eigentlichen ePA-App eine zusätzliche Ident-App erforderlich, zwischen denen gewechselt werden muss. Ferner wurden Probleme mit PIN-Briefen, Fehlermeldungen beim Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte, NFC-Probleme sowie Verbindungsabbrüche genannt.
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