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Star Fox-Remake im Test: Das unnötigste Remake, das ich je gebraucht habe
Auf der Switch 2 flutscht Nintendos Arcade-Shooter in 60 FPS wie nie zuvor. Ein grandioses Grafik-Update mit herrlich räudigem Tier-Design – und einem Haken.
Star Fox ist die Switch-2-Neuauflage des N64-Klassikers „Lylat Wars“ (1997). In dem Rail-Shooter steuert ihr Fox McCloud im Arwing durch das Lylat-System, um Andross zu stürzen. Genre: Action. Entwickler/Publisher: Nintendo. Release: Juni 2026. Plattform: Switch 2. Preis: 49,99 Euro digital, 59,99 physisch.
Ich verstehe sie, aber ich teile sie nicht, diese fast gutturale Abneigung gegen die Art, wie Fox, Falco, Peppy und Slippy im Star-Fox-Remake aussehen. Im Gegenteil: Ich mag den neuen Look, auch als Gegenentwurf zur Mario-fizierung von Fox im zweiten Super-Mario-Film.
Der neue Fox wirkt tierischer und erfrischend uneitel. In meinen Augen ist das nah dran an dem Design der dezent räudig wirkenden Puppen auf dem alten “Starwing”-Cover. Fast meint man, jeden Augenblick beginnt Peppy Hare, sich zu kratzen. Es sind Charaktere, die nicht dafür gemacht sind, in absolut jeder Einstellung ein schmeichelhaftes Bild abzugeben, und das wirkt für mich umso authentischer. Herrgott, Falco ist ein Fasan, sein Name eine echte Mogelpackung. Der neuerliche Facelift rupft dem Aufschneider mit spitzen Fingern ein paar von den falschen Raubvogelfedern, mit denen er sich schmückt. Mir ist das hochgradig sympathisch.
Aber ich schätze, es ist nur normal, wenn diesem Spiel mit einer gewissen Skepsis begegnet wird. Das Original ist ein grundlegender Teil so mancher Gamer-Sozialisation, das Bild von diesen Figuren gefestigt und in drei Jahrzehnten mit viel Fantasie in den Köpfen der Kids von einst nachgebessert worden. Gleichzeitig treten nur wenige Reihen derart auf der Stelle (oder machten so viele Schritte zur Seite) wie Star Fox. Mit diesem Remake hier verkauft uns Nintendo die Geschichte um Andross’ Angriff auf das Lylat-System zum fünften Mal. Viele Fans sehnen sich nach einer echten Fortsetzung, und zu denen gehöre im Grunde auch ich. Im Fall dieser speziellen Reihe hat Nintendo jedoch das Glück, dass nicht gerade wenige Menschen große Probleme haben, Titel wie Lylat Wars auch heute noch mit demselben Genuss zu spielen wie damals.
Das ist nicht einmal nur eine Grafik-Sache. Bildraten weit südlich der 30 FPS sehen nicht nur doof aus, sie fühlen sich auch so an. Ich ertrage das heute nur noch unter Schmerzen, zumal in einem Arcade-Shooter wie diesem. Präzises Zielen, exakte Manöver oder überhaupt das Gefühl, elegant durch Sternenstaub dahinzugleiten – das geht heute einfach besser. Pop-ins hausgroßer Gebilde in gefühlten 50 Metern Entfernung sind nicht nur atmosphärisch ein Hemmnis, sie überladen die Wahrnehmung auch mit architektonischem Detail, wenn der Kopf eigentlich mit anderem beschäftigt sein sollte. Kurzum: Ich hätte zwar gern ein neues Star Fox gesehen, halte es aber durchaus für möglich, dass ein gutes Remake Nintendo die versteckte Abzweigung dorthin freischalten könnte.
Und “gut” ist es geworden. Sehr gut sogar. Mit großer Weitsicht und in stabilen 60 Bildern pro Sekunde ist es schon rein vom Anfassen her ein großartiges Gefühl, den Arwing zu steuern. Es “flutscht” einfach wundervoll – die Art, wie die Kamera dem Flieger folgt, gefällt mir sehr – und vermittelt den Geschwindigkeitseindruck auf mitreißende Art. Ich finde auch das Trefferfeedback satter als im Original, was sicher auch an der gesteigerten Dichte feinerer Schadenseffekte und der höheren Bildrate liegt. Es ist die Sorte Spiel, in der man absichtlich nah an Hindernissen vorbeifliegt oder sich hochkant durch enge Lücken zwängt, einfach um cool dabei auszusehen.
Ich mag, dass so gut wie alle Raumschiffe – Freund wie Feind – durch mehr und feinere Details größer wirken und wie echte Maschinen rüberkommen. Auch das ist eine klare Steigerung zum Original. Sicher lässt sich über vereinzelte gestalterische Details streiten, etwa ob Katina zu grün geworden ist, über die Wahl bestimmter Texturen oder die Platzierung von