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KI-Update kompakt: ChatGPT als Suchmaschine, MHS, OpenClaw 2.0, git-Schadcode
Das „KI-Update“ liefert drei mal pro Woche eine Zusammenfassung der wichtigsten KI-Entwicklungen.
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Die EU-Kommission hat ChatGPT als „besonders großen Anbieter“ nach dem Digital Services Act (DSA) eingestuft. Fast 160 Millionen Menschen in der EU nutzen den Chatbot von OpenAI monatlich, weit über der Schwelle von 45 Millionen. OpenAI hat bis Januar Zeit, die zusätzlichen Pflichten zu erfüllen. Kern ist eine umfassende Risikoeinschätzung zu illegalen Inhalten, Gefahren für Minderjährige, Grundrechten und öffentlicher Sicherheit.
Hinzu kommen Verfahren zur Meldung und Löschung problematischer Inhalte sowie sogenannte Trusted-Flagger-Mechanismen für beschleunigte Bearbeitung. Der DSA gibt keinen abschließenden Katalog vor, OpenAI muss die Risiken seines Dienstes selbst einschätzen. Diese reichen von Deepfake-Pornografie bis zu autonom agierenden Modellen. Zuständig ist die EU-Kommission gemeinsam mit der irischen Digital-Aufsichtsbehörde, da OpenAI seinen EU-Sitz in Dublin hat. Bei Verstößen drohen empfindliche Bußgelder.
Deutschland gründet ein KI-Sicherheitsinstitut namens AISI Deutschland mit Sitz in Berlin. Es soll risikobehaftete KI-Systeme prüfen und die digitale Resilienz stärken. In der Startphase bündelt das Institut die Arbeit bestehender Behörden, ohne selbst eigene Räume und Personal zu haben. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik übernimmt IT-Sicherheit, die Bundesnetzagentur physische Sicherheit und Produkttauglichkeit. Der Fokus liegt auf führenden KI-Modellen und möglichen Kontrollverlusten.
Das Institut orientiert sich am britischen Vorbild und soll später als zentraler Berater für Politik und Wirtschaft dienen. Der Standort Berlin stößt in der Fachwelt auf Kritik, weil die Konzentration auf die Hauptstadt der Vielfalt der deutschen Forschungslandschaft nicht gerecht werde. Fachleute mahnen zudem mehr Investitionen in eigene Infrastruktur und offene Modelle an.
Google hat seine Gemini-Flash-Modelle mit einer neuen Videoanalyse ausgestattet. Statt starr Bild für Bild abzutasten, sucht das Modell gezielt nach relevanten Stellen. Laut Google sinkt der Token-Verbrauch um bis zu 88 Prozent und die Kosten um bis zu 66 Prozent, während die Genauigkeit leicht steigt. Die Funktion steht in den Modellen Gemini 3.7 Flash, 3.6 Flash und 3.5 Flash-Lite bereit. Sie erkennt auch sehr kurze Momente unter einer Sekunde, die bisher verloren gingen.
Das Modell entscheidet selbst, welche Abschnitte es sich ansieht, mit welcher Geschwindigkeit und über welche Ebene, also Bilder, Audiospur oder Transkript. Besonders bei langen Videos wie 90-minütigen Vorlesungen fallen die Einsparungen deutlich aus. Die Funktion steht über die API bereit, Entwickler müssen die Verarbeitung auf „agentic“ setzen. Später soll sie in die Gemini-App kommen und die Funktion „Ask YouTube“ antreiben.
Anthropic hat Claude Fable 5.1 und Mythos 5.1 veröffentlicht. Beide sollen besser programmieren und schreiben als ihre Vorgänger. Fable 5.1 ist allgemein verfügbar, Mythos nur über Zugangsprogramme für Cybersicherheit und Biowissenschaften. Anthropic wirbt mit rund 25 Prozent niedrigeren Kosten bei typischen Aufgaben.