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Dreadline Express angespielt: In diesem Horror-Zug entscheide ich, wer sterben muss
Keine Jumpscares, keine Kämpfe, dafür Tarotkarten und schwere Entscheidungen – dieser Retro-Horror hat mich auf der gamescom überrascht.
Auf der gamescom 2026 waren auch wieder zahlreiche Indie-Titel vertreten und dieses Mal durfte ich Dreadline Express vom Entwickler David Konecny ausprobieren. Dreadline Express ist ein Detektiv-Horror-Spiel ohne Jumpscares, ohne Monster und auch ohne Gefechte. Stattdessen erwartete mich eine richtig gruselige Retro-Horror-Story, in der ich das Schicksal einiger Passagiere in meinen Händen hielt.
In Dreadline Express befinde ich mich in einem Zug, der unaufhaltsam durch eine zerstörte Welt fährt. Draußen lauert dabei eine Gefahr – ich bin mir gerade nicht mehr ganz sicher, ob es sich tatsächlich um ein Monster handelt. Fest steht aber: Jedes Mal, wenn etwas Schlimmes passiert, wird ein neuer Passagier ausgewählt, der sich opfern muss. Mich selbst erinnerte die Geschichte sehr stark an Snowpiercer. Nur fahre ich hier nicht durch eine verschneite Welt, sondern befinde mich in einem Spiel, das sehr stark in Rottönen gehalten ist.
Und das Spiel fängt damit an, dass ausgerechnet der Protagonist, also ich selbst, ausgewählt wird. Allerdings kommt es zu Komplikationen und ich kann diesem schlimmen Schicksal entkommen. Durch weitere Umstände komme ich im späteren Verlauf sogar selbst in die Position, Leute auszuwählen, die geopfert werden sollen. So viel zur Geschichte.
Das Gameplay fand ich jedoch noch deutlich interessanter, denn ich konnte nicht wirklich klassisch mit Gegenständen interagieren. Zwar konnte ich Dinge untersuchen und mit Charakteren reden, allerdings funktioniert das Ganze etwas anders. Als ich zum Beispiel auf eine Kerze drückte, bekam ich dadurch die Tarotkarte "Licht". Mit dieser konnte ich anschließend mit anderen Passagieren über das Thema "Licht" sprechen.
Während meiner Anspielsession erhielt ich immer wieder solche Tarotkarten. Diese konnten beispielsweise für Gegenstände, den Zug selbst oder auch meine eigene Vergangenheit beziehungsweise Position stehen. In meinem früheren Leben war ich zum Beispiel Arzt und erhielt somit die Tarokarte "Arzt". Jede Karte erklärte mir außerdem, was sie bedeutet. Drehte ich sie um, erfuhr ich mehr über ihren Hintergrund und sammelte sie anschließend in einer Art Buch.
Bis zu drei dieser Tarotkarten konnte ich auf die Hand nehmen und damit mit anderen Passagieren interagieren. Natürlich konnte ich auch einzelne Karten verwenden und so mehr über die jeweiligen Personen erfahren – aber eben auch über ihr Schicksal, den Zug selbst und die Welt.
Im Verlauf des Spiels wurde mir dann eine ganz besondere Rolle zugeteilt: Ich durfte entscheiden, wer sterben wird. Und das war wirklich ziemlich interessant, denn dafür musste ich erst einmal die verschiedenen Passagiere kennenlernen, damit ich überhaupt entscheiden konnte, wer jetzt die beste Wahl ist, um ihn aus dem Zug zu schmeißen.
Dabei habe ich mich ein kleines bisschen von meinem Kindheitstrauma leiten lassen, weil mich der Stil des Spiels stark an Theme Hospital erinnerte. Einer der Charaktere ähnelt nämlich wirklich diesem gruseligen Doktor, der im Intro mit seiner Kettensäge durch die Gegend lief. Da fiel mir die Entscheidung plötzlich gar nicht mehr so schwer. Endlich konnte ich mit meinem Kindheitstrauma abrechnen und sagen: "Jetzt habe ich dich!" Ja, das war ein sehr befriedigender Teil dieses Spiels.
Den allgemeinen Stil des Spiels finde ich absolut genial und gleichzeitig richtig gruselig. Ich weiß nicht, was es ist, aber diese pixelige Retro-Horror-Ästhetik aus den 1990ern gibt mir einfach absolute Gänsehaut. Vielleicht liegt es wirklich an meinem Theme Hospital-Trauma, aber solche Horror-Games bedrücken mich auf eine ganz eigene Art und Weise.