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Packard Bell: Acer belebt 100 Jahre alte Marke für Notebook wieder
Seit Anfang 2008 gehört das ursprünglich 1926 gegründete Unternehmen Packard Bell zu Acer. Zur IFA erfolgt die Wiederbelebung der Marke, im ersten Schritt soll dafür ein farbenfrohes Einsteiger-Notebook auf den europäischen Markt gebracht werden. Die neuen Packard-Bell-Geräte sollen mit Spaß und Nostalgiefaktor punkten.
Unter dem Motto „Tech it easy“ hat Acer zur IFA 2026 eine ganze Reihe neuer Packard-Bell-Produkte mit dem Namen „Dot“ angekündigt, darunter Kopfhörer, Plattenspieler, Feature-Phone, Tastatur und Maus sowie besagtes Notebook, das Ende des vierten Quartals als DotBook 14 auf den deutschen Markt kommen wird. Acer positioniert das Notebook im Einsteigersegment für wenige hundert Euro.
Das DotBook 14 kommt in kräftigem Orange, das sich auch auf ausgewählten Tasten der Tastatur wiederfindet, darunter das „P“ und „B“ für Packard Bell, aber auch die Escape- und Eingabetaste. Ganz dem Namen entsprechend handelt es sich um ein 14-Zoll-Notebook, genauer gesagt um 14,5 Zoll mit gestreckter Full-HD-Auflösung (1.920 × 1.200) auf einem IPS-Panel, das 300 cd/m² erreichen soll. Das Display ist matt ausgeführt, Touch gibt es nicht.
Die verbaute Technik ist mit Intel Twin Lake einfach gestrickt, mehr lässt die günstige, aber noch nicht im Detail bekannte Preisklasse ohnehin kaum zu, außerdem sagt Acer, dass diese Merkmale für die anvisierte Zielgruppe weniger im Fokus stünden. Twin Lake ist Intels Low-End-Refresh der Alder-Lake-Architektur, genauer gesagt der Gracemont-CPU-Kerne, die bekannt sind als die E-Cores von Alder Lake. Diese wurden Mitte 2021 vorgestellt und danach in Alder Lake alias Core i-12000 eingeführt.
Im DotBook steckt immer der Core 3 N355 aus Intel-7-Fertigung mit insgesamt acht der genannten Kerne, die für bis zu 3,9 GHz ausgelegt sind. Die CPU mit einer Grundleistungsaufnahme von 15 Watt kombiniert Acer respektive Packard Bell mit bis zu 16 GB DDR4 und bis zu 512 GB Storage – die Samples waren mit nur 8 GB RAM ausgestellt.
Hinzu kommen Merkmale wie USB-C, USB-A, HDMI, microSD und 3,5-mm-Klinke sowie Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.1. Die Batterie mit 45,6 Wh ist für Laufzeiten von bis zu sieben Stunden ausgelegt.
Packard Bell wurde 1926 in Los Angeles von Leon Packard und Herbert Bell als Hersteller von Radios gegründet und entwickelte sich später auch zu einem bedeutenden TV-Hersteller. 1968 übernahm der US-Konzern Teledyne das Unternehmen; die ursprüngliche Marke verschwand schließlich. 1986 kaufte der Unternehmer Beny Alagem die Namensrechte und gründete damit einen neuen PC-Hersteller, der vor allem günstige, IBM-kompatible PCs für den Massenmarkt über große Einzelhandelsketten verkaufte.
Packard Bell wuchs in den 1990er-Jahren zu einem der größten PC-Hersteller der USA und expandierte nach Europa. 1996 wurde das Unternehmen von NEC übernommen und mit Zenith Data Systems zusammengeführt. Unter NEC verschwand Packard Bell zwar um 2000 vom US-Markt, blieb aber insbesondere in Europa als PC-Marke erfolgreich. 2006 verkaufte NEC die Sparte an den Unternehmer Lap Shun Hui; nachdem zunächst Gateway und Lenovo Interesse gezeigt hatten, landete Packard Bell schließlich bei Acer.
Acer schloss die Übernahme von Packard Bell Anfang 2008 ab, nachdem Acer bereits Gateway gekauft hatte und über dessen Übernahme auch Zugriff auf Packard Bell erhalten wollte. Ziel war eine Mehr-Marken-Strategie: Acer sollte weltweit auftreten, Gateway vor allem in Amerika und Packard Bell schwerpunktmäßig in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Packard Bell blieb deshalb zunächst eine eigenständige Marke und verkaufte weiterhin PCs und Notebooks, während die technische Basis zunehmend aus dem Acer-Konzern kam.
Mit dem Wandel des PC-Marktes verlor die Marke allerdings an Bedeutung; Acer reduzierte sein Markenportfolio und Packard Bell verschwand ab den 2010er-Jahren weitgehend aus dem europäischen PC-Markt. Die Marke wurde anschließend in verschiedenen Regionen über Lizenzmodelle weitergeführt.