// STADT-BREMERHAVEN — MOBILE & WEB
Shelly ThreadLink: Details und Fahrplan zur Thread-Unterstützung von Gen4
von Felix Frank
3. Sep. 2026 |
2
Wir konnten bereits vor einigen Wochen darüber berichten und bestätigen, dass die Shelly-Aktoren der vierten Generation ein Update für (Matter over) Thread erhalten. Eine Custom-Firmware hatte in der Vergangenheit bereits eindrucksvoll die Machbarkeit bewiesen. Im Rahmen der IFA 2026 hat Shelly nun offiziell nachgelegt, Details zur Thread-Unterstützung unter dem Namen "ThreadLink" verraten und den Fahrplan für die Update-Verteilung konkretisiert.
Shelly setzt bei Gen4 mit dem ESP32-C6 auf einen Multiprotokoll-Chipsatz, der neben WLAN und Bluetooth auch IEEE 802.15.4 unterstützt und es erlaubt, nicht nur per Zigbee-Funkstandard, sondern mit passender Firmware eben auch per Thread zu funken.
Alle Geräte des Gen4-Portfolios werden mit entsprechender Firmware versorgt, auch Bestandskunden können sich die Software aufspielen. Shelly eröffnet Gen4-Nutzern damit die Möglichkeit, neben WLAN (bzw. Matter over Wi-Fi) und Zigbee die beliebten und kostengünstigen Aktoren auch per Matter over Thread ins gewünschte Smart-Home-Ökosystem aufzunehmen.
Notwendig ist dafür ein entsprechender Thread Border Router. Das ist bei Apple etwa ein Apple TV oder HomePod, für Google Home und Amazon Alexa unter anderem ein kompatibler Smart Speaker und natürlich klappt das auch mit einem Border Router unter Home Assistant.
Per Multi-Admin-Feature können die Aktoren in mehreren Plattformen gleichzeitig beheimatet sein. Weiterer Vorteil: Die Shelly-Komponenten sind stromgebunden und fungieren daher als Router im Thread-Mesh-Netzwerk, die das Funksignal weiterreichen. Zudem ist Thread wesentlich stromsparender unterwegs als Wi-Fi.
Der eigentliche Clou an der neuen Firmware hört auf den Namen ThreadLink. Während Thread bei den meisten Herstellern bislang als reines Transportmittel für Matter dient und Zusatzfunktionen wie Cloud-Zugriff oder Verbrauchsmessungen weiterhin WLAN erfordern, geht Shelly einen anderen Weg: ThreadLink lässt den kompletten TCP/IP-Stack über das Thread-Mesh laufen.
Für Laien übersetzt bedeutet das: Das Thread-Funkmodul verhält sich netzwerkseitig genau wie eine vollwertige WLAN-Verbindung. Neben schnellen UDP-Paketen für Schaltbefehle unterstützt die Firmware echtes TCP, um auch größere Datensätze wie Konfigurationen, Diagnosedaten oder Updates zuverlässig zu übertragen.
Über NAT64 am Border Router finden die reinen IPv6-Thread-Geräte ihren Weg ins Internet zur Shelly Cloud. Geräte sind im Heimnetzwerk trotz reiner Thread-Verbindung weiterhin per IP erreichbar, ganz ohne dass WLAN-Zugangsdaten auf dem Aktor hinterlegt sein müssen. Nuki setzt das beispielsweise auch seit längerem erfolgreich für den Fernzugriff ein. Könnt ihr an dieser Stelle, mit etwas mehr technischen Details zur Umsetzung dieser Lösung, nachlesen.
Zusätzlich erlaubt ThreadLink eine direkte Gerät-zu-Gerät-Steuerung über die reguläre Shelly-RPC-API: Szenen, Verriegelungen und Schaltungen laufen auf Wunsch direkt als Peer-to-Peer-Kommunikation von Relais zu Relais mit geringen Latenzen (30 bis 50 ms) ab.