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Sabotage am Stromnetz - wie Energieversorger reagieren
Die Energie-Infrastruktur lässt sich nicht zu hundert Prozent schützen. Darin sind sich Fachleute einig. Dennoch gibt es Möglichkeiten, den Schutz zu verbessern. Was tun die Versorger?
Zwei mutmaßliche Anschläge innerhalb weniger Stunden haben gezeigt, wie verwundbar die Strom-Infrastruktur in Deutschland ist. Am Dienstagmorgen griffen Unbekannte Hochspannungsleitungen im brandenburgischen Jänschwalde an, am Dienstagabend folgte ein mutmaßlicher Anschlag auf ein Umspannwerk im nordrhein-westfälischen Bergheim. Seitdem hat die Debatte über den Schutz von kritischer Infrastruktur an Fahrt aufgenommen.
Das Energieunternehmen LEAG, dessen Braunkohlekraftwerk vom Sabotageakt in Jänschwalde betroffen war, hat kurzfristig seine Sicherheitsvorkehrungen erhöht. "Unter anderem wurden zusätzliche Maßnahmen zur engmaschigen Beobachtung sensibler Bereiche ergriffen", so ein Unternehmenssprecher. Zu Details will sich die LEAG nicht äußern, ebenso wenig wie der Energiekonzern RWE, der vom mutmaßlichen Anschlag in Nordrhein-Westfalen betroffen war.
Klar ist aber, dass die Energiewirtschaft auch darüber nachdenkt, wie sie ihre Infrastruktur langfristig besser schützen kann. Die Bedrohungslage für kritische Infrastrukturen habe sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert, heißt es etwa vom Übertragungsnetzbetreiber Amprion, dessen Stromleitungen in Bergheim am Dienstagabend angegriffen worden waren. Man tue alles, um Risiken zu minimieren.
Wie kann kritische Infrastruktur in Deutschland besser geschützt werden?
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"Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht", stellt Amprion allerdings klar. Es ist eine Aussage, die in diesen Tagen so oder so ähnlich von vielen Akteuren aus Wirtschaft und Politik zu hören ist.
"Natürlich kann man Zäune höher ziehen und Transformatoren einhausen", sagt Amprion-Geschäftsführer Christoph Müller. "Das bringt auch ein Mehr an Sicherheit." Vollständig schützen lasse sich die Infrastruktur aber allein schon deshalb nicht, weil sie an so vielen Orten in Deutschland stehe. "Und auch ein höherer Zaun ist am Ende immer noch überwindbar", so Müller.
In Brandenburg haben Unbekannte Kurzschlüsse an einer Hochspannungsleitung verursacht.
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Amprion fordert unter anderem gesetzliche Anpassungen, um die Videoüberwachung außerhalb der eigenen Anlagen zu erlauben. Bisher ist diese in der Regel nur innerhalb des Geländes erlaubt. Im Fall von Bergheim befanden sich die Abschussvorrichtungen, mit denen die Saboteure offenbar in Richtung der Stromleitungen geschossen haben, in einem Maisfeld außerhalb des Betriebsgeländes.
Rückendeckung bekommt das Unternehmen dabei von Nordrhein-Westfalens Energie- und Wirtschaftsministerin Mona Neubaur. Sie gehört den Grünen an, die Partei steht der Videoüberwachung im öffentlichen Raum mitunter kritisch gegenüber. Für Neubaur überwiegt hier aber das Sicherheitsinteresse. "Wo es erforderlich und verhältnismäßig ist, soll die Überwachung auch den öffentlichen Raum rund um die Anlage erfassen können", fordert Neubaur.