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Assassin’s Creed Black Flag Resynced: Erst mit John Wick fand das Remake den richtigen Ton
Ein alter Bekannter und ein Trick aus dem Actionkino sorgen dafür, dass sich die Neuauflage moderner anfühlt, ohne dem Original seine Seele zu rauben.
Ich komme gleich zu John Wick, versprochen. Mein Interesse an diesem Artikel über Ton und Musik von Assassin’s Creed Black Flag Resynced hat allerdings ein ganz anderer Name geweckt: Kein Geringerer als Woodkid schrieb nämlich den im Trailer verwendeten Titelsong. Kennt ihr nicht? Kennt ihr bestimmt! Eins seiner Stücke wurde nämlich schon im Vorfeld von Assassin’s Creed Revelations verwendet und darüber habe ich seine einzigartige Mischung aus Pop und Orchester damals entdeckt.
Erik-Jon Evangelista kannte den Komponisten hingegen schon viel länger. Und so schloss sich für den seit Assassin’s Creed 3 als Audio Designer und ab Mirage als Audio Director für die Serie Verantwortlichen ein Kreis, als er diesmal nicht nur anfragen durfte, ob sein Team bei Ubisoft Singapur ein Stück von Woodkid lizenzieren dürfe, sondern sogar eine eigene Idee in den exklusiv für Black Flag Resynced geschriebenen Titel einbringen konnte.
„Eine Sache, um die ich ihn unbedingt bitten wollte, war, dass Ezios Familie darin vorkommt. [...] Ich wollte, dass er im Mittelteil etwas Ähnliches einbaut wie das, was Teke::Teke bei [Assassin’s Creed] Shadows getan hat“, sagt er mir jedenfalls, als wir uns eine halbe Stunde darüber unterhalten, wie Sound und Soundtrack des Remakes entstanden beziehungsweise gegenüber dem Original erweitert wurden, um später noch hinzuzufügen: „Für andere Assassin’s-Creed-Spiele wurden meist Songs verwendet, die es schon gab. Dass wir hier einen Song haben, der speziell dafür erstellt wurde, ist eine große Ehre.“
Hört mal rein. Es ist kein typischer Woodkid-Song, sondern eine Interpretation des aus dem Original bekannten Shantys Leave Her Johnny. Aber wie Erik an anderer Stelle richtig festhält, passt Woodkids prägnante Art hervorragend zu den dunkel angehauchten Themen einer Jahrhunderte umfassenden Erzählung über Attentäter. Und dass der Komponist das gesungene Seemannsgarn in Moll transponiert, unterstreicht das auf eindrucksvolle Art. Es verleiht Ezios Thema im Mittelteil erst das richtige Gewicht und dem gesamten Stück eine geheimnisvolle Magie, mit der es inzwischen sogar in meiner aktuellen Dauerschleife gelandet ist.
Aber das ist eben längst nicht alles, was sich von Black Flag zu Black Flag Resynced rein akustisch geändert hat. Für Erik gab es vielmehr eine Reihe an Bausteinen, die er modernisieren wollte. Wobei er mir mit einem Lachen zunächst mal sagt: „Das Erste, was mir in den Sinn kam, waren Sachen, die ich behalten wollte.“ Denn nachdem er während der Arbeit am Original bereits derjenige war, der sich im Wasser befand, als die Geräusche vom Schwimmen und Ertrinken aufgenommen wurden, nahm er sich jetzt, inzwischen als Audio Director, das Recht heraus, zu sagen: „Mir egal, das behalten wir!“
Noch wichtiger war ihm allerdings das Modernisieren der Musik in den Kämpfen, die ja auch spielerisch überarbeitet wurden – schon alleine deshalb, weil sich die Hörgewohnheiten in den letzten Jahren verändert haben. „Während es im damaligen Black Flag noch hieß: ‚Music all the time!‘“, nutze man die Musik heute unter anderem dafür, bestimmte Momente und Aktionen gezielt hervorzuheben.
13 Jahre nach dem Erscheinen des Originals veröffentlicht Ubisoft am 9. Juli ein Remake von Assassin’s Creed Black Flag, einem der beliebtesten Teile der langjährigen Serie, für PC, PlayStation 5 und Xbox Series S/X. Das grundsätzlich gleiche Spiel wurde dabei technisch modernisiert und um neue Inhalte ergänzt. Auch die Kämpfe, das Schleichen sowie Gefechte an Bord der Jackdaw wurden überarbeitet.
Erik selbst bezeichnet sich als „Gameplay- statt filmisch fokussiert“. „Ich bevorzuge Musik beziehungsweise Sound, die durch Eingaben der Spieler ausgelöst werden“, sagt er. „Ich finde alle Elemente cool, die mit dem Gameplay interagieren, weil Spieler dadurch merken: ‚Oh, wow. Das war ich.‘“ Mit ande