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Ultraleichtes Höhenflugzeug soll Satellitenaufgaben übernehmen
Nach jahrelanger Entwicklung ist die unbemannte Höhenplattform HAP-alpha erstmals geflogen. Der 138 Kilogramm leichte Technologieträger blieb rund 70 Minuten in der Luft und erreichte 180 Meter Höhe. Die Daten sollen nun zeigen, wie gut Flugmodelle und Steuerung für die nächsten Tests des für Stratosphärenflüge entwickelten Systems passen.
Cochstedt (Deutschland). Unbemannte Höhenplattformen sollen über längere Zeit in der unteren Stratosphäre fliegen und dort Sensoren oder Kommunikationstechnik tragen, wobei HAP-alpha später rund 20 Kilometer Höhe erreichen soll. Bis dorthin muss das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) den extrem leichten und flexiblen Flieger schrittweise in deutlich niedrigeren Höhen vermessen und erproben.
Am 2. September 2026 hat HAP-alpha am Nationalen Erprobungszentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme des DLR in Cochstedt erstmals den Boden verlassen. Der unbemannte Technologieträger blieb etwa 70 Minuten in der Luft, flog mehrere Manöver und erreichte bis zu 180 Meter über Grund. Mit 27 Metern Spannweite bringt das Flugzeug dabei nur 138 Kilogramm auf die Waage.
Der Erstflug sollte vor allem zeigen, ob Flugzeug, Steuerung und die zuvor trainierten Abläufe in niedriger Höhe wie vorgesehen funktionieren, zugleich sammelte das Team Daten für die Überprüfung flugdynamischer Modelle. Nach Angaben des DLR werden die Ergebnisse nun ausgewertet, damit die Modelle verbessert und das Programm für einen zweiten Testflug in niedriger Höhe angepasst werden können.
Die Bezeichnung als Solarflugzeug beschreibt bei HAP-alpha vor allem den geplanten Höhenbetrieb, denn die für Niedrigflüge vorgesehene Ausbaustufe 1 kann laut DLR ohne Solargenerator oder nur mit einer Minimalbelegung von etwa 1,5 Quadratmetern Solarfläche erprobt werden. Welche dieser beiden Varianten beim Erstflug am 2. September eingesetzt wurde, nennt die aktuelle DLR-Mitteilung nicht.
Erst nach zufriedenstellender Flug- und Systemerprobung soll eine größere Solarfläche integriert werden. Für eine spätere Ausbaustufe beschreibt das DLR rund zwölf Quadratmeter Solarfläche, eine mögliche Flughöhe von bis zu 20 Kilometern und etwa zwei Stunden Aufenthalt in dieser Höhe. Der aktuelle Erstflug ist deshalb noch kein Nachweis für solarbetriebenen Stratosphärenflug oder lange Einsatzdauer.
Die geflogenen Manöver sind bei einem so flexiblen Flugzeug mehr als Routine, denn ein im Juni 2026 veröffentlichter referierter DLR-Konferenzbeitrag beschreibt notwendige Anpassungen klassischer Manöver zur Systemidentifikation, also zur Bestimmung von Modellparametern aus Messdaten. Unter anderem können längere Zeitverläufe und gezielte Steuerimpulse nötig sein, damit die Reaktionen des Flugzeugs ausreichend deutlich messbar bleiben.
Beim Erstflug flog die Crew deshalb vordefinierte Manöver mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Höhen, um die rechnerischen Flugmodelle mit dem Verhalten des realen Flugzeugs abzugleichen. Das ist besonders wichtig, weil HAP-alpha durch seine extreme Leichtbauweise stark elastisch ist und sich seine Tragflächen im Flug merklich verformen können.
Die Kombination aus 27 Metern Spannweite und nur 138 Kilogramm Masse macht HAP-alpha besonders anfällig für Turbulenzen, weshalb die Windgeschwindigkeit beim Erstflug höchstens einen Meter pro Sekunde erreichen durfte. Nach DLR-Angaben liegt die vorgesehene Fluggeschwindigkeit bei ungefähr 30 Kilometern pro Stunde in Bodennähe und etwa 50 Kilometern pro Stunde in großen Höhen.
Gesteuert wurde HAP-alpha von einem Remote-Piloten im Missionskontrollzentrum, mehrere hundert Meter vom Rollfeld entfernt, während zusätzlich ein Sicherheitspilot direkt auf dem Flugfeld für unerwartete Ereignisse bereitstand. Insgesamt gehörten 25 Personen zum Flugversuchsteam, das neben den Flugabläufen auch das Verhalten der flexiblen Struktur überwachte.