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Stürme lösen Kettenreaktionen aus, die Wälder jahrelang schädigen
Langzeitrisiko nach dem Sturm: Eine Analyse von mehr als 70.000 windgeschädigten Waldflächen in Finnland zeigt, dass spätere Borkenkäfer- und Schneeschäden besonders häufig in den ersten Jahren auftreten. Welche zweite Störung auftritt, hängt dabei mit Waldstruktur, Klima, Gelände und Baumarten zusammen. Das könnte die Überwachung nach Stürmen gezielter machen.
Joensuu (Finnland). Windstürme reißen Bäume um, öffnen Bestände und verändern die Struktur eines Waldes oft auf Jahre. Doch was nach dem ersten Schaden folgt, ist offenbar nicht zufällig verteilt. Forscher der University of Eastern Finland (UEF) haben Schäden in bewirtschafteten borealen Wäldern in ganz Finnland untersucht und dabei zwei typische Abfolgen verglichen: Windschaden mit späterem Borkenkäferschaden und Windschaden mit anschließendem Schneeschaden.
Die Studie beruht auf finnischen Waldnutzungsmeldungen mit Schadensangaben sowie Daten der nationalen Waldinventur. Das Team wertete mehr als 70.000 windgeschädigte Flächen aus und setzte binomiale statistische Modelle ein, um Zusammenhänge mit Bestandsstruktur, Klima, Topografie und Baumartenzusammensetzung zu prüfen. Zusätzlich verglichen die Forscher die beiden Schadensabfolgen mit Borkenkäfer- und Schneeschäden, denen kein registrierter Windschaden vorausgegangen war.
Für Doktorandin Qianqian Tian von der UEF stand damit eine grundlegende Frage im Mittelpunkt: Sind später geschädigte Bestände schon vorher besonders anfällig, oder verändern Windschäden die Bedingungen so, dass sich bestimmte Folgeereignisse häufen? Die Modelle zeigen, dass windgeschädigte Bestände mit späteren Schäden sich in mehreren Struktur- und Standortmerkmalen von vergleichbaren Schadensfällen ohne vorherigen Windschaden unterschieden.
„Waldstörungen werden häufig getrennt voneinander betrachtet, doch tatsächlich kann eine Störung die Bedingungen verändern, unter denen die nächste auftritt. Wir wollten verstehen, was nach Windschäden geschieht und ob Wälder, die später von Borkenkäfern oder Schneeschäden betroffen sind, dieselben Merkmale aufweisen“, sagt Qianqian Tian.
Dabei verliefen die beiden Wege unterschiedlich. Windschaden mit späterem Borkenkäferschaden war vor allem mit höherer Grundfläche, größerer struktureller Heterogenität und südlicheren Lagen verknüpft. Windschaden mit anschließendem Schneeschaden hing dagegen stärker mit Waldstruktur, Topografie und dem Nord-Süd-Gradienten zusammen. Winterklimatische Variablen spielten in diesem Modell eine geringere Rolle als Höhe und Hangneigung.
Im direkten Vergleich der beiden Schadensabfolgen unterschieden unter anderem die Wärmesumme, die Höhenlage und die Baumartenzusammensetzung die späteren Schäden. Mischbestände zeigten nach einem Windschaden häufiger Borkenkäferschäden als Schneeschäden, verglichen mit von Kiefern dominierten Beständen. Wärmere und tiefer gelegene Standorte wiesen ebenfalls eher auf den Borkenkäferpfad hin, während steilere und höher gelegene Flächen stärker mit späteren Schneeschäden verbunden waren.
Auch der Zeitpunkt ist für die Praxis wichtig. Rund 94 Prozent der Abfolgen aus Wind- und Schneeschaden traten innerhalb von fünf Jahren nach dem ersten Windschaden auf. Bei Windschaden mit anschließendem Borkenkäferschaden waren es rund 76 Prozent. Mehr als 90 Prozent beider Schadensabfolgen lagen innerhalb von acht Jahren.
„Das hat wichtige praktische Folgen, weil es helfen kann, Überwachung und Waldbewirtschaftung nach einem Sturm anzupassen und künftige Verluste zu verringern. Nach einem Sturm kann ein dichter und strukturell heterogener Wald in Südfinnland eine andere Aufmerksamkeit erfordern als ein von Kiefern dominierter Bestand in Nordkarelien. Beim Risikomanagement im Wald sollte berücksichtigt werden, was als Nächstes geschehen kann, statt sich nur auf bereits entstandene Schäden zu konzentrieren“, erklärt Prof. Blas Mola-Yudego von der UEF.
Aus den Ergebnissen ergibt sich daher kein einheitliches Warnsignal für alle Wälder. Strukturell vielfälti