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Extrem heller Radioblitz passt nicht zu den bekannten Mustern
Schnelle Radioblitze erscheinen oft nur für Millisekunden, und bei den meisten Quellen wurde bisher keine Wiederholung beobachtet. Nun hat das CHIME-Team einen außergewöhnlich hellen, nahen Ausbruch auf nur 13 Parsec genau lokalisiert. Weil FRB 20250316A auch nach jahrelanger Beobachtung ohne zweiten Blitz blieb, passt seine Energieverteilung nicht zu den bislang gut untersuchten Wiederholern.
Montréal (Kanada). Schnelle Radioblitze, kurz FRBs, sind extrem kurze Radioausbrüche aus fernen Galaxien. Nur bei rund zwei bis drei Prozent der bislang bekannten FRB-Quellen wurden Wiederholungen beobachtet. Ob die scheinbar einmaligen Quellen tatsächlich nie wieder blitzen oder nur besonders selten aktiv werden, ist deshalb eine zentrale offene Frage.
Forscher der McGill University um Amanda M. Cook haben nun einen besonders günstigen Fall untersucht. FRB 20250316A war außergewöhnlich hell und entstand in nur rund 40 Megaparsec Entfernung, also etwa 130 Millionen Lichtjahre von der Erde. Das Team nutzte erstmals die Fähigkeiten des vollständigen Outrigger-Verbunds des Canadian Hydrogen Intensity Mapping Experiment (CHIME), um einen offenbar einmaligen Radioblitz mit sehr hoher räumlicher Genauigkeit zu lokalisieren.
Der Ausbruch wurde am 16. März 2025 registriert und der Spiralgalaxie NGC 4141 zugeordnet. Durch die weit voneinander entfernten CHIME-Stationen ließ sich seine Position auf Skalen von rund 13 Parsec eingrenzen. Damit konnten die Astronomen nicht nur die Wirtsgalaxie bestimmen, sondern auch die unmittelbare Umgebung des Ausbruchs untersuchen.
„Bisher haben wir viele FRBs entdeckt, wussten aber nur grob, wo am Himmel sie auftreten“, sagt Bryan Gaensler von der University of California, Santa Cruz (UC Santa Cruz).
Die präzise Position liegt rund 190 ± 20 Parsec vom Zentrum der nächstgelegenen Sternentstehungsregion entfernt. Das spricht weder eindeutig für noch gegen einen Magnetar als Quelle. Solche extrem stark magnetisierten Neutronensterne entstehen aus massereichen Sternen und gelten als wichtige Kandidaten für FRBs, doch die gemessene Lage lässt mehrere Entstehungswege offen.
Mit dem Keck Cosmic Web Imager untersuchte das Team zudem Gasdichte, chemische Zusammensetzung, Ionisation, Staubabsorption und Sternentstehung in der Umgebung. Zugleich fand sich bei 9,9 Gigahertz keine kompakte dauerhafte Radioquelle am Ort des FRB. Die Obergrenze liegt etwa um den Faktor 100 unter der Leuchtkraft der bekannten kompakten Dauerstrahler, die bisher mit FRBs in Verbindung gebracht wurden.
„RBFLOAT war die erste nicht wiederholende Quelle, die mit solcher Präzision lokalisiert wurde“, sagt Sunil Simha von der Northwestern University.
Besonders aussagekräftig ist die lange Beobachtungsgeschichte des Himmelsausschnitts. CHIME hatte die Position über sechs Jahre hinweg insgesamt fast 270 Stunden im Blick, ohne einen weiteren Ausbruch aus derselben Quelle zu finden. Dadurch konnten die Forscher auch wesentlich schwächere Wiederholungen ausschließen, als sie der extrem helle Entdeckungsblitz selbst darstellt.
In der statistischen Auswertung passt diese Kombination aus sehr hellem Einzelereignis und ausbleibenden schwächeren Folgeblitzen nicht zu den Energieverteilungen aller gut untersuchten Wiederholer, mit denen das Team den FRB verglich. Das beweist nicht, dass FRB 20250316A niemals wieder aktiv wird. Die Daten machen aber eine bloß selten beobachtete Version der bekannten Wiederholer schwieriger.