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Analyse zur Wahl in Sachsen-Anhalt: Ein Land - zwei Lager
Die AfD profitiert von der Unzufriedenheit der Menschen, aber sie überzeugt viele auch inhaltlich mehr als die anderen Parteien, wie Umfragen zeigen. Für die meisten Wähler in Sachsen-Anhalt war die Kernfrage: für oder gegen die AfD?
Es gibt eine klare Zweiteilung in Sachsen-Anhalt: Entweder will man die AfD. Oder man ist für eine der anderen Parteien - und damit ausdrücklich gegen die AfD. Das zeigt sich in einer ganzen Reihe von Fragen, die infratest dimap im Auftrag der ARD am Wahltag oder den Tagen davor den Wahlberechtigten gestellt hat.
Etwa bei der Frage, wer die künftige Landesregierung führen soll. 41 Prozent wünschen sich die AfD - und das sind fast ausschließlich Menschen, die die AfD auch gewählt haben. 46 Prozent sind für eine CDU-geführte Regierung. Und die kommen nicht nur aus dem CDU-Lager, sondern auch von SPD, Grünen oder Linken. Bei einer möglichen Direktwahl des Ministerpräsidenten wäre das Land genauso gespalten.
Auch wenn am Wahlabend noch nicht klar ist, wer die Regierung anführen wird: Überragender Wahlsieger ist die AfD, die ihr Ergebnis von 2021 mehr als verdoppeln konnte - auf 44 Prozent. Ihr ist es gelungen, im großen Ausmaß Stimmen von Menschen zu bekommen, die 2021 nicht zur Wahl gingen. Aber auch von der CDU hat sie laut ersten Zahlen zur Wählerwanderung viele Stimmen abgezogen. Die AfD ist in allen Altersgruppen stärkste Kraft - nur bei den über 70-Jährigen liegt die CDU gleichauf.
Der Erfolg hat viel damit zu tun, dass der AfD in Sachsen-Anhalt inzwischen in nahezu allen Politikbereichen mehr Kompetenzen zugeschrieben werden als anderen Parteien. Das gilt auch für wichtige Bereiche, die bislang nicht als Schwerpunkt der AfD galten - wie etwa die Wirtschaftspolitik.
Von Experten gab es reichlich Warnungen, dass eine AfD-Regierung negative Folgen für die Wirtschaft haben würde - schon allein wegen ihrer zuwanderungsfeindlichen Politik. Viele Wahlberechtigte in Sachsen-Anhalt sehen das allerdings anders. Bei der Wahl 2021 hatten nur 8 Prozent der AfD die besten Lösungen für die Wirtschaft zugetraut, inzwischen sind es 30 Prozent - zwei Prozentpunkte mehr als bei der CDU.
Was passiert, wenn die AfD in Sachsen-Anhalt regieren würde? Migranten und Forscher warnen vor den Folgen.
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Aber welche Wirtschaftspolitik will die AfD eigentlich? Da sie bislang nirgendwo in Regierungsverantwortung war, bleibt zur Beurteilung vor allem ein Blick ins Wahlprogramm, das die AfD in Sachsen-Anhalt selbstbewusst "Regierungsprogramm" nennt. Dort finden sich an verschiedenen Stellen Vorschläge, die mit der Wirtschaft zu tun haben, die insgesamt aber keine klare Linie erkennen lassen.
So fordert die AfD einerseits eine "Modernisierung und zukunftssichere Aufstellung des Wirtschaftsstandorts", setzt gleichzeitig aber ausdrücklich auf Dinge wie den Verbrennermotor - und damit auf eine Technologie von gestern, die als ein Hauptgrund für die aktuellen Probleme deutscher Autokonzerne gilt. Bei anderen Vorschlägen bleibt das Programm eher vage - etwa bei der Frage, wie genau "die Insolvenz und Abwanderung kleiner und mittelständischer Unternehmen" gestoppt werden soll oder was ein Ende des "Akademisierungswahns" zum Wirtschaftswachstum beitragen soll. Wo die AfD in ihrem Programm konkret wird, dürften die Effekte überschaubar sein, etwa bei einem Gütesiegel "Hergestellt in Sachsen-Anhalt".
Analyse
05.09.2026