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Warum der Kanzler wackelt - und weitere Lehren aus der Wahl in Sachsen-Anhalt
Die Wahl in Sachsen-Anhalt bringt Kanzler Merz und seine CDU in Schwierigkeiten - aus den hinteren Reihen der Union kommen erste Rücktrittsforderungen. Fünf Lehren aus der Wahl in Sachsen-Anhalt.
"Sie wählen hier nicht den Bundeskanzler", war ein häufiger Satz am Wahlkampfstand in Sachsen-Anhalt. Die CDU-Basis versuchte so, die Unbeliebtheit von Friedrich Merz aus Magdeburg, Dessau oder Gröningen fernzuhalten. Die wenigen Termine, die Merz im Land wahrnahm, dienten vor allem einem Ziel: Ihn in einem möglichst kontrollierten Setting fernab der normalen Bevölkerung auftreten zu lassen.
Nach dieser Wahl scheint es fast ausgeschlossen, dass die CDU mit Merz noch einmal einen Bundestagswahlkampf bestreitet. Eher stellt sich die Frage: Wie lange hält er sich noch?
Schon am Wahlabend kamen aus den hinteren Reihen der Union erste Rücktrittsforderungen: Die Partei brauche einen "personellen und politischen Neuanfang", fordert Tim Brand, Vorstandsmitglied der Jungen Union Brandenburg. "Friedrich Merz sollte deshalb als Bundeskanzler und als CDU-Vorsitzender zurücktreten." Die Frage ist, ob solche Forderungen auch weiter oben in den kommenden Tagen und Wochen erhoben werden.
Kurz vor der Landtagswahl warnt Friedrich Merz vor einer AfD-Regierung. Zu Wählern spricht er dabei aber nicht.
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Deutliche Zugewinne, aber der Jubel bleibt bei vielen nach kurzem Durchrechnen im Hals stecken: So sah es bei der grünen Wahlparty während der Prognose am Sonntagabend aus. Auch die SPD hatte sich auf wesentlich schlechtere Zahlen eingestellt. Beide Parteien trieb noch vor Wochen die Angst, an der Fünf-Prozent-Hürde zu scheitern.
"Zwei Herzen schlagen in meiner Brust, das eine ist schwer", so fasste Felix Banaszak, grüner Parteichef, seine erste Reaktion zusammen. Die Grünen erzielen das beste Ergebnis ihrer Geschichte in Sachsen-Anhalt und wissen doch: Viele Kreuze sind Leihstimmen und eine Reaktion auf starke AfD-Zahlen.
Grüne und SPD haben in diesem Wahlkampf immer wieder gewarnt: Wenn sie es in den Landtag schaffen, sinke die Wahrscheinlichkeit einer AfD-Alleinregierung deutlich. Vor allem von der Union konnten beide profitieren. Die erste Analyse der Wählerwanderungen von infratest dimap geht von rund 18.000 CDU-Anhängern aus, die den Grünen ihre Stimme gaben. 13.000 Stimmen könnten von der CDU zur SPD gewandert sein.
Auf diese Wähler kann man sich nicht dauerhaft verlassen, das wissen auch Parteistrategen in Berlin. Die Zahlen können kaum als stark steigender Bundestrend interpretiert werden. "Aber um strategisch die Grünen zu wählen, muss man die Partei zumindest okay finden", heißt es hinter den Kulissen. Man hofft, dass doch einige Wähler sich dauerhaft gewinnen lassen.
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06.09.2026