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„WeWorm“: Zero-Click-Wurm hätte alle Konten von WeChat übernehmen können
Eine KI hat eine Schwachstelle in WeChat gefunden, über die man in kürzester Zeit eine Milliarde Konten hätte übernehmen können. Sie ist bereits geschlossen.
Das kalifornische Sicherheitsunternehmen Calif hat nach eigenen Angaben mithilfe von KI-Technik einen Wurm entwickelt, der sich per simplen Anruf von einem WeChat-Account zum nächsten verbreiten und alle übernehmen konnte. Wer die auf „WeWorm“ getaufte Technik ausgenutzt hätte, habe mehr als eine Milliarde Smartphones beziehungsweise Konten übernehmen können, rechnen die Verantwortlichen auf Basis der Nutzungszahlen von WeChat vor. Die Übernahme erfolgte demnach während des Anrufs, der musste dafür nicht angenommen werden. Funktioniert hat das unter Android und iOS. Im Juli hat Calif den zugrundeliegenden Bug an Tencent gemeldet und nach etwas Hin und Her habe der chinesische Konzern die Lücke mit Updates geschlossen. Damit seien alle User sicher.
Laut Calif hat es sich bei WeWorm um den ersten Wurm gehandelt, der sich ohne Interaktion („Zero-Click“) von Nutzerinnen oder Nutzern über Android- und iOS-Geräte hinweg verbreiten konnte. Zwar habe man die Infektion verhindern können, wenn man den Anruf innerhalb von Sekunden abgelehnt hätte, aber dann hätte der Anruf zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt werden können. Der Angriffsmethode lag demnach eine Lücke in der VoIP-Technik von WeChat zugrunde, die gespeicherten Kontakten – wie auch anderswo üblich – mehr Rechte gibt. Der Wurm hätte sich also zwischen Kontakten verbreitet, die Anrufe wären augenscheinlich von einem bekannten Kontakt gekommen. Die Infektion erfolgte demnach unabhängig davon, ob abgehoben oder klingeln gelassen wurde.
Gefunden worden sei die Lücke ursprünglich von einem KI-System bei Calif, heißt es in dem Blogeintrag. Früher habe ein größeres Team für die Suche und die Entwicklung des Wurms Monate gebraucht, mit KI-Unterstützung habe man für den Exploit zwei Tage und für den Wurm noch einmal eine Woche benötigt. Trotzdem hält man es bei Calif für falsch, „KI die Schuld zu geben und die weitere Entwicklung zu behindern“. Die Schwachstellen existierten ja, „was KI geändert hat, ist, dass wir sie finden und schnell schließen können“. Wenn man davon ausgehe, dass es mehr gute als schlechte Leute gebe, könnten die Guten siegreich vom Platz gehen.
Entdeckt wurde die Lücke laut der Chronologie im Juli, am 24. Juli wurde sie Tencent gemeldet, woraufhin erst einmal die WeChat-Accounts von Calif gesperrt wurden. Das wurde dann rückgängig gemacht, die Patches folgten am 21. August. Über den Wurm selbst hätten sich bis dahin Accounts auf der Alles-App übernehmen lassen. Zur kompletten Übernahme des jeweiligen Smartphones seien weitere Sicherheitslücken nötig gewesen. Calif selbst hat aber erst vor wenigen Tagen unter der Bezeichnung OEMpocalypse eine Technik vorgestellt, mit der über eine Anwendung ohne spezielle Rechte ein administrativer Zugang („root“) auf Android-Geräte verschiedener Hersteller möglich ist. In den falschen Händen hätte WeWorm also enormen Schaden anrichten können.
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