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Beisetzung in Belgrad: EU verurteilt "Verherrlichung von Kriegsverbrecher" Mladic
Mit militärischen Ehren wurde der Kriegsverbrecher Mladic in Serbien beigesetzt. Tausende nahmen teil, darunter auch serbische Amtsträger. Die EU-Spitze reagierte entsetzt.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa haben die Trauerfeier für den verurteilten Kriegsverbrecher Ratko Mladic in Serbien scharf kritisiert. Die Bilder der Beerdigung in Belgrad seien "schockierend", erklärten sie. Besonders die offizielle Unterstützung und die Teilnahme hochrangiger serbischer Amtsträger seien "zutiefst bedauerlich".
Das Verhalten zeuge von einem Versagen, sich mit einem dunklen Kapitel der jüngeren europäischen Geschichte auseinanderzusetzen. Es stehe zudem im Widerspruch zu den Werten, auf denen Serbiens Weg in die Europäische Union beruhe, erklärten Von der Leyen und Costa. Man sei in Gedanken bei allen Opfern der Verbrechen, die in den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens begangen worden seien.
Der einstige bosnische Serbenführer Karadzic wollte Freispruch - doch seine Haftstrafe wurde verlängert.
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Mehrere Tausend Menschen hatten am Montag an Mladics Beisetzung auf dem Belgrader Friedhof Topcider teilgenommen. Die Regierung hatte ein Begräbnis "mit allen staatlichen und militärischen Ehren" angekündigt. Eine militärische Ehrenformation begleitete den Sarg, Soldaten feuerten Salutschüsse ab. Serbische Medien sprachen von einem "Staatsbegräbnis".
Nach örtlichen Medienberichten nahmen mehr als 300 orthodoxe Priester sowie mehrere serbische Minister teil, darunter Justizminister Nenad Vujic. Aus der bosnischen Teilrepublik Srpska waren unter anderem der nationalistische Politiker Milorad Dodik und Zeljka Cvijanovic, die ethnisch-serbische Vertreterin im bosnischen Staatspräsidium, angereist.
Serbiens Präsident Aleksandar Vucic nahm nicht persönlich an der Beisetzung teil. Er begründete dies mit Verpflichtungen wegen des Besuchs des usbekischen Präsidenten Schawkat Mirsijojew in Belgrad. Vucics Sohn Danilo wurde dagegen bei der Zeremonie gesehen.
Mladic war am 27. August im Alter von 84 Jahren in Den Haag gestorben. Dort verbüßte der frühere bosnisch-serbische Armeechef eine lebenslange Haftstrafe wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Mladic war unter anderem für seine Rolle beim Völkermord von Srebrenica 1995 verurteilt worden. Bosnisch-serbische Truppen ermordeten dort mehr als 8.000 Menschen, zum Großteil muslimische Männer und Jungen. Trotz seiner Verurteilung wird Mladic von serbischen Nationalisten bis heute als Held verehrt.
Im Nachbarland Bosnien-Herzegowina, das im Krieg von 1992 bis 1995 Schauplatz der Verbrechen von Mladic war, stieß das De-facto-Staatsbegräbnis auf Ablehnung und Empörung. Außenminister Elmedin Konakovic kündigte an, das gesamte Personal außer dem Botschafter und den Konsuln aus der Botschaft in Belgrad abzuziehen.