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Tech-Branche nimmt Patagonien als Standort für Rechenzentren in den Blick
Der Süden Argentiniens bietet einige Vorteile für den Bau von Data Centern. Einige Projekte sind bereits in Planung. Aber es gibt auch wesentliche Hürden.
Während in den Vereinigten Staaten und andernorts der Widerstand gegen den Bau großer Rechenzentren zunimmt, wirft die Tech-Branche ein Auge auf Patagonien als Standort für seine Mega-Data Center. Die Region im Süden Argentiniens lockt mit kühlen Temperaturen, Zugang zu Wasserkraft und Erdgas und weiten, unbesiedelten Flächen.
Bislang entwickeln sich entsprechende Projekte in Argentinien weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters treibt in der zu Patagonien gehörenden argentinischen Provinz Neuquén der große Stromerzeuger Pampa Energía Pläne für ein Rechenzentrum voran, über das bislang nicht öffentlich berichtet wurde, so Reuters.
Demnach hat Pampa Energía mit der Prüfung des Projekts begonnen. Das Rechenzentrum soll in unmittelbarer Nähe des unternehmenseigenen Wärmekraftwerks „Loma de la Lata“ entstehen. Die Anlage soll laut einem Manager des Stromkonzerns bis zu 500 Megawatt (MW) Energie aus dem nahegelegenen Fördergebiet Vaca Muerta (zu deutsch „Tote Kuh“) beziehen. Dort befinden sich gewaltige Öl- und Gasvorkommen.
Derzeit verfügt Argentinien nur über kleine Rechenzentren, die sich auf Buenos Aires konzentrieren. Vor dem Hintergrund einer stabileren makroökonomischen Lage im Land wachse aber das Interesse internationaler Tech-Konzerne, so Reuters. Im Oktober vergangenen Jahres unterzeichneten ChatGPT-Entwickler OpenAI und der argentinische Energiekonzern Sur Energy eine Absichtserklärung für ein Rechenzentrumsprojekt in Patagonien. Die Initiative unter der Bezeichnung „Stargate Argentina“ umfasst eine Investition in Höhe von 25 Milliarden US-Dollar. Es wäre das erste Stargate-Projekt in Lateinamerika. Das geplante Rechenzentrum soll eine Kapazität von bis zu 500 Megawatt haben und erneuerbare Energiequellen nutzen.
Gerade die Energieversorgung ist ein großer Streitpunkt. In der Diskussion in den USA um den Bau von Rechenzentren wird immer wieder bemängelt, dass diese Anlagen die lokalen Stromnetze belasten, der Umwelt schaden und die Energiekosten in die Höhe treiben.
„Alle suchen nach Energie, deshalb richten internationale Entwickler ihren Blick auf Argentinien“, sagte Hadassa Lutz vom US-Beratungsunternehmen Cloud2Ground gegenüber Reuters. „Aber allein die Verfügbarkeit von Energie reicht nicht aus.“ Wichtig sei auch politische Stabilität. Einige Investoren warten möglicherweise die Präsidentschaftswahlen in Argentinien im kommenden Jahr und eine mögliche Wiederwahl des ultraliberalen Präsidenten Javier Milei ab, glaubt die Expertin. Milei verspricht Investoren umfangreiche Steuersenkungen. Mit einem attraktiven Rechtsrahmen und niedrigen Steuern will er zudem die KI-Industrie ins Land locken. „Wenn sich diese Unsicherheit klärt und wir eine verlässliche Option in Argentinien haben, werden Investoren das Risiko eingehen“, so Lutz.
Argentinien ist bemüht, sich als Standort für Rechenzentren zu etablieren. Lokalpolitiker in Neuquén wollen ihre Provinz als Standort für Rechenzentren etablieren. Gegenüber Reuters entwerfen sie die Idee eines Clusters oder eines Ökosystems von Rechenzentren. Es gebe eine Anfrage von FlexDomes, einem US-Anbieter grüner Rechenzentren, der Investoren für einen Standort in Neuquén sucht, sagt etwa Ruben Etcheverry, Sekretär des Entwicklungsrats der Provinz. Und im Juli kündigte dem Bericht zufolge das polnische Unternehmen Green Capital Pläne für ein Rechenzentrum in der noch weiter südlich gelegenen Provinz Chubut an. In der ersten Phase soll die Anlage, die ohne das nationale Stromnetz auskommen und ihre Energie aus noch zu bauenden Wind- und Solarparks beziehen soll, eine Leistung von 300 MW erreichen. Sie könnte bis auf 3.000 MW ausgebaut werden, so eine Unternehmensvertreterin. Kostenpunkt: Drei Milliarden US-Dollar.
Experten warnen nicht zuletzt angesichts der gewaltigen Inves