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„Größte Verschlechterung seit 29 Jahren“: Google passt für Europa die Suche an
Im Juli hat die EU Google wegen DMA-Verstößen bestraft und Änderungen verlangt. Für die Suche kommt der Konzern dem nun nach und gibt sich extrem unzufrieden.
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Google hat nach eigenen Angaben damit begonnen, in weiten Teilen Europas von der EU geforderte Änderungen an der Darstellung von Suchergebnissen umzusetzen. Gegenüber Reuters spricht der Konzern pathetisch von „der größten Verschlechterung der Qualität der weltweit beliebtesten Internet-Suchmaschine in ihrer 29-jährigen Geschichte“. Bei Suchen nach Hotels, Flügen, Zugfernverbindungen und Produkten sollen nun bestimmte Aggregatoren prominenter dargestellt werden. Zudem lässt sich ändern, welcher Anbieter angezeigt wird. Als Beispiele nennt die Nachrichtenagentur das Online-Reisebüro Expedia und das Hotelportal Booking.com. Mit den jetzt vorgestellten Änderungen soll den Vorgaben des Digital Markets Act (DMA) nachgekommen werden.
Die jetzt vorgestellten – aber augenscheinlich noch nicht durchgehend umgesetzten – Änderungen sind eine Reaktion auf Vorgaben der EU-Kommission. Die hatte Ende Juli Strafen wegen DMA-Verstößen in Höhe von insgesamt 890 Millionen Euro verhängt. 460 Millionen musste der US-Konzern dabei zahlen, weil er seine eigenen Dienste in den Ergebnissen der marktführenden Google-Suche bevorzugen würde. Suchmaschinen müssen für das Ranking „transparente, faire und diskriminierungsfreie Bedingungen anwenden“, heißt es aus Brüssel. „Die besten Produkte sollten erfolgreich sein, weil sie besser sind, nicht weil sie dem Unternehmen gehören, das die Suchmaschine betreibt“.
Details zur Umsetzung im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) – der neben den EU-Staaten auch Norwegen, Island und Liechtenstein umfasst – führt Google in der eigenen Dokumentation aus. Wer zum Beispiel nach „Hotels in Paris“ sucht, erhält nun nach dem Klick auf die ersten Suchergebnisse keine Übersicht mit Google-Rezensionen und Hoteldetails, die die Suchmaschine selbst gesammelt hat. Stattdessen öffnet sich ein Bereich mit Informationen eines externen Anbieters, darunter gibt es eine Liste von Alternativen und den Preisen, die dort verlangt werden. Ein schneller Preisvergleich scheint damit deutlich einfacher.
„Um die Anforderungen des DMA zu erfüllen, nehmen wir in Europa erhebliche Änderungen an der Suche vor“, zitiert Reuters aus einer Stellungnahme von Nick Fox von Google: „Diese Änderungen verschlechtern das Nutzererlebnis für Europäer – sie begünstigen Online-Vermittler auf Kosten lokaler Unternehmen und entfernen hilfreiche Funktionen, auf die sich die Menschen täglich verlassen. Nutzer außerhalb der EU sind von diesen Änderungen nicht betroffen.“ Bereits frühere Anpassungen zur DMA-Umsetzung hätten laut Google dazu geführt, dass bestimmte Buchungen von Dienstleistungen in der Folge um 30 Prozent zurückgegangen sind. Nutzerinnen und Nutzer seien extrem unzufrieden mit den Änderungen gewesen.
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