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Handels-Gastronomie: Imbisse in Geschäften gefragt wie nie
Frikadellen vom Baumarkt-Parkplatz, belegte Brötchen im Möbelhaus: Der Verkauf von Essen in Geschäften boomt. Einer Studie zufolge ist damit im vergangenen Jahr so viel Umsatz erzielt worden wie noch nie.
Hähnchenschenkel aus dem Supermarkt, Hotdogs im Möbelhaus oder Currywurst mit Pommes auf dem Baumarkt-Parkplatz: Auch wegen vergleichsweise niedriger Preise werden solche Angebote bei Kundinnen und Kunden immer beliebter. Die sogenannte Handels-Gastronomie eilt von Rekord zu Rekord, wie eine Studie des Handelsforschungsinstituts EHI zeigt.
Händler in Deutschland setzten 2025 demnach rund 13,3 Milliarden Euro um. Das war 7,1 Prozent mehr als im Vorjahr und so viel wie nie zuvor. Seit 2019 stiegen die Erlöse um fast 33 Prozent. Für 2026 erwartet das Institut ein weiteres Plus. Grundlage ist eine Befragung unter 29 Handelsunternehmen mit knapp 6.100 Filialen.
Der starke Umsatzanstieg geht laut EHI auf höhere Kundenfrequenzen und gestiegene Preise zurück. Zur Handels-Gastronomie zählen zubereitete Speisen, Snacks und Getränke im Umfeld des Einzelhandels. Verkauft werden sie in Bäckereien, Cafés, Imbissen, heiße Theken, Restaurants und Delis in Supermärkten, Einkaufszentren, Tankstellen, Möbelhäusern oder Baumärkten. Die meistverkauften Speisen sind Frikadellen, Currywurst, belegte Brötchen und Schnitzel.
Kerngeschäft sei das Mittagessen und die Angebote seien meist zum Mitnehmen, hieß es weiter. Gut drei Viertel der Händler betreiben ihre Gastronomieflächen selbst. Der Möbelhändler Ikea setzt zum Beispiel neben seinen Restaurants auf Hotdogs, die in Kassennähe angeboten werden. Rund 20 Millionen Stück wurden nach eigenen Angaben in den vergangenen 12 Monaten in den deutschen Ikea-Filialen zubereitet und verkauft.
In vielen Supermärkten finden Kundinnen und Kunden unter anderem Salatbars und Asia-Food-Shops. In 100 Rewe-Filialen gibt es inzwischen eine Selbstbedienungstheke für warme Speisen. Andere Kaufleute haben Foodtrucks, erste Händler testen zudem Kochroboter. Die Supermarktkette Globus verkauft an ihren heißen Theken etwa Fleischkäsebrötchen für einen Euro - nach Unternehmensangaben 30 Millionen Stück pro Jahr.
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Die Branche profitiert dem EHI zufolge von einem sogenannten "Trading-Down-Effekt": Wegen der hohen Preissteigerungen in den vergangenen Jahren, auch in der Gastronomie, greifen Konsumentinnen und Konsumenten auf günstigere Angebote zurück. Die Handelsgastronomie profitiere von deutlichen Preisvorteilen, sagt Studienautorin Paulina Ullrich.
Das zeigen auch Daten des Marktforschungsunternehmens YouGov: Kundinnen und Kunden zahlten im ersten Halbjahr 2026 in der Handelsgastronomie demnach für Steak- und Fleischgerichte im Schnitt 9,17 Euro, im übrigen Außer-Haus-Markt - also etwa in Restaurants - hingegen 13,16 Euro. Bei Pastagerichten waren es 5,87 beziehungsweise 10,60 Euro. Auch bei anderen Hauptgerichten gab es große Preisunterschiede.
Auch deshalb steht das Gaststättengewerbe - also, Restaurants, Kneipen und Cafés - derzeit unter großem Druck. Die Branche setzte im ersten Halbjahr nach Angaben des Branchenverbandes Dehoga zwar fast 15 Prozent mehr um als 2019. Real, also preisbereinigt, waren die Erlöse allerdings gut 23 Prozent niedriger.