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Ausweis, Führerschein & Co.: Deutschlands digitale Wallet „d-you“ startet im Januar
Die digitale Brieftasche für Ausweis, Führerschein und weitere offizielle Nachweise wird konkret. Deutschlands staatliche EUDI-Wallet heißt „d-you“ und soll am 2. Januar 2027 starten. Zum Auftakt sind rund 40 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung mit ersten Anwendungen dabei.
Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) hat Name, Logo und konkreten Starttermin der deutschen EUDI-Wallet bekannt gegeben. „d-you“ soll Bürgern eine staatlich bereitgestellte digitale Brieftasche für persönliche Nachweise bieten. Das „d“ im Namen steht nach Angaben des Ministeriums für „digital“ und „Deutschland“, während „you“ den Nutzer in den Mittelpunkt stellen soll.
Entscheidender als der Name dürfte allerdings sein, was sich mit der App tatsächlich anfangen lässt. Direkt zum Start am 2. Januar sollen erste Anwendungen zur Verfügung stehen. Genannt werden der digitale Altersnachweis, der rechtssichere Abschluss von Verträgen und die Eröffnung eines Bankkontos.
Dafür sollen rund 40 sogenannte Launch-Partner eigene Dienste bereitstellen. Die Liste umfasst unter anderem die Bundesagentur für Arbeit, Bundesdruckerei, DATEV, Deutsche Post, Deutsche Rentenversicherung, den Deutschen Sparkassen- und Giroverband, Eon, KfW, Rossmann und Vodafone. Auch mehrere Städte, Länder, Hochschulen und Universitäten beteiligen sich.
Langfristig soll d-you deutlich mehr als lediglich ein Mittel zur Anmeldung bei Online-Diensten werden. Wie ComputerBase bereits 2024 berichtete, soll die EUDI-Wallet wichtige persönliche Dokumente auf das Smartphone bringen.
Das BMDS nennt inzwischen ausdrücklich den Personalausweis und den Führerschein als Beispiele für Nachweise, die digital in der Wallet abgebildet werden sollen. Darüber hinaus sind perspektivisch persönliche Zertifikate, qualifizierte elektronische Signaturen, pseudonyme Anmeldungen und Zahlungsfunktionen vorgesehen. Welche dieser Funktionen bereits zum Start verfügbar sein werden, ist allerdings noch nicht vollständig festgelegt. Die Wallet soll nach dem Launch schrittweise ausgebaut werden.
Die Nutzung bleibt freiwillig und kostenlos. Analoge Angebote und physische Dokumente sollen weiterhin bestehen bleiben.
Ein Schwerpunkt liegt auf Datenschutz und Sicherheit. Persönliche Daten sollen nach Angaben des Ministeriums ausschließlich auf dem Smartphone des Nutzers gespeichert und dort verschlüsselt verarbeitet werden. Eine zentrale Speicherung der persönlichen Wallet-Daten oder eine Profilbildung sei technisch ausgeschlossen.
Auch der Quellcode der staatlichen Wallet soll öffentlich zugänglich gemacht werden, sodass die Implementierung unabhängig geprüft werden kann.
Die deutsche Lösung ist Teil der European Digital Identity Wallet, kurz EUDI-Wallet. Grundlage sind gemeinsame technische Standards der Europäischen Union. Dadurch sollen digitale Nachweise nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern perspektivisch auch grenzüberschreitend funktionieren. Die EU verpflichtet ihre Mitgliedstaaten zur Bereitstellung entsprechender Wallet-Lösungen.