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NATO-Staaten vereiteln russische Sabotage-Simulation in der Arktis
NATO-Streitkräfte haben laut einem Bericht eine russische Marineoperation vor Spitzbergen beendet, die den Sabotageakt an kritischen Unterseekabeln simulierte.
Militärkräfte verschiedener NATO-Staaten haben laut einem Bericht eine russische Marineoperation beendet, die einen Sabotageakt an Unterseekabeln vor Spitzbergen simuliert haben soll. Laut der Nachrichtenagentur Reuters hätten U-Boote der russischen Tiefsee-Einheit GUGI dabei den Einsatz einer bislang unbekannten Technologie erproben wollen. Der Bericht beruft sich auf zwei anonyme Quellen. Mit der Technologie soll es möglich sein, Kabel zu beschädigen, ohne verwertbare Spuren zu hinterlassen. Weitere Details zur Funktionsweise wurden nicht bekannt.
Zwischen Spitzbergen und dem norwegischen Festland verlaufen im arktischen Meer zwei 1400 Kilometer lange Glasfaserkabel in bis zu 2700 Metern Tiefe. Sie übertragen Daten der Satellitenbodenstation SvalSat, laut Bericht die größte weltweit und Teil des Near Space Network der NASA. Norwegen plant bis zum Jahr 2028 die Verlegung eines zusätzlichen Glasfaserkabels.
Die NATO-Verbündeten aus Großbritannien, Norwegen und den USA hätten die Russen im Frühjahr 2026 aus dem Seegebiet vertrieben, ohne dass diese ihre Übung fertigstellen konnten. Kabel seien nicht beschädigt worden, da es sich um eine reine Simulation für den Konfliktfall gehandelt habe.
Die russische Spezialeinheit GUGI soll laut Fachanalysen verschiedener Think-Tanks das nötige Equipment besitzen, um Kabel in Tiefen anzuzapfen, zu kartieren und zu beschädigen, die für zivile Reparaturschiffe kaum erreichbar sind. Hierzu verfügten die Militärs über ein Arsenal an U-Booten, die wiederum Kleinst-U-Boote aussetzen können. Die Urheberschaft eines Sabotageakts sei in solchen Tiefen kaum nachweisbar – deshalb wird davon gesprochen, dass die Technologie keine „Fingerabdrücke“ hinterlasse.
Die Sabotage von Unterwasserinfrastruktur ist in Europa spätestens seit der Sabotage an den Pipelines Nord Stream in den Fokus gerückt, die zwischen Russland und Deutschland verlaufen. Die Spuren führten in diesem Fall in die Ukraine. Zwei mutmaßliche Beteiligte wurden bereits festgenommen. Bereits im April 2026 sei eine verdeckte russische Operation in arktischen Gewässern von Großbritannien und Norwegen entdeckt worden. Insgesamt häufen sich die Fälle des sogenannten Driftings, bei dem Handelsschiffe ungewöhnlich langsam über Unterseeinfrastruktur fahren – mutmaßlich zur Kartierung, um die Daten für mögliche Sabotageakte einsetzen zu können. Die NATO hatte bereits Ende 2024 gewarnt, dass Russland die Fähigkeit besitzt, Sprengstoffe anzubringen oder Kabel zu durchtrennen – und die hybriden Angriffe stetig zunehmen.
US-Geheimdienstanalysten befürchten laut Reuters, dass Russland testen will, wie hoch die Bereitschaft der NATO ist, den Bündnisfall nach Artikel 5 auszurufen. Die Zerstörung von Seekabeln sei dabei ein möglicher Baustein. Russland bestreitet jegliche Sabotageakte in NATO-Staaten. Der Besuch des US-amerikanischen CIA-Direktors John Ratcliffe in Moskau im August 2026 soll der Absicht gedient haben, Russland vor weiterer Sabotage in Europa zu warnen.
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