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Kartenzahlung statt Bargeld: Geschäfte sollen 2027 zur Annahme verpflichtet werden
von André Westphal
11. Sep. 2026 |
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In Deutschland gilt oft immer noch das Motto: Nur Bares ist Wahres. Der Imbiss am Strand, der Dönermann auf dem Dorf oder auch der Souvenirshop an einer Touristenattraktion akzeptiert oft keine Kartenzahlung. Genau das könnte sich jedoch schon im Verlauf des nächsten Jahres ändern. Denn der aktuelle Finanzminister, Lars Klingbeil (SPD), will eine Verpflichtung, Kartenzahlungen zu akzeptieren, bereits auf den Weg bringen.
Demnach sollen Geschäfte und Restaurants in Deutschland verpflichtet werden, neben Bargeld auch digitale Zahlungen mit Karte, Smartphone oder Wearables annehmen zu müssen. Schilder mit "Nur Barzahlung" müssten dann zwangsläufig verschwinden. Allerdings befindet sich der konkrete Plan des Finanzministeriums aktuell noch innerhalb der Regierung in der Abstimmung mit den anderen Ministerien. Rechtlich gibt es zudem durchaus Stolpersteine, heißt es.
So sind Scheine und Münzen ein gesetzliches Zahlungsmittel, das angenommen werden muss. Für Kartenzahlungen gilt das aktuell eben nicht. In Deutschland sind zudem Barzahlungen im internationalen Vergleich besonders beliebt. Dennoch gibt es auch in Deutschland bestimmte Orte, an denen nur mit Karte gezahlt werden kann. Wird darauf klar vor dem Zahlungsvorgang hingewiesen, ist das erlaubt. Das klassische Beispiel wäre die Selbstbedienungskasse im Supermarkt.
In den Eckpunkten des Vorhabens aus dem Finanzministerium steht offenbar, dass man die Wahlfreiheit der Verbraucher fördern möchte. Wenn vor Ort bezahlt werden kann, soll auch die Kartenzahlung bzw. kontaktlose Zahlung per Smartphone oder Wearable möglich sein. In Wahrheit dürfte man aber wohl weniger auf das Wohl der Verbraucher schielen und mehr auf möglicherweise ausbleibende Steuereinnahmen durch Schwarzgeld. Ich vermute das jedenfalls mal als zentralen Hintergedanken.
Die Pflicht, Kartenzahlungen anzunehmen, soll dann im Verlauf des nächsten Jahres für Handel, Gastronomie und Dienstleistungsanbieter gelten (via Spiegel). Welches digitale Bezahlverfahren konkret angeboten wird, können die Inhaber entscheiden. Es sollen "am Markt verfügbare und gebräuchliche digitale Bezahlverfahren" sein, heißt es lediglich. Umsatzgrenzen für Kartenzahlungen sollen dann nicht mehr erlaubt sein. Ihr dürftet dann also auch eine Packung Kaugummi oder einen Kaffee per Karte zahlen, ohne dass der Händler auf ein Schild mit "Kartenzahlung erst ab 10 Euro" tippt.
Dabei argumentieren Kritiker, dass Kartenzahlungen für den Handel teurer seien. Es müssten Lesegeräte angeschafft und Transaktionsgebühren gezahlt werden. Laut einer Bundesbank-Analyse stimme es tatsächlich, dass Barzahlungen für den Handel am günstigsten seien. Trotzdem ist das Bild vielschichtig. Denn Bargeld muss transportiert und sicher verwahrt werden, was auch Kosten verursacht.
Ziel des Finanzministeriums ist es dennoch, den Entwurf noch 2026 im Kabinett zu beschließen und flott 2027 umzusetzen. Das ist auch grundsätzlich kein völlig neuer Plan, sondern auch im Koalitionsvertrag festgehalten. Ein paar Ausnahmen sollen dabei bleiben. Einige nichtkommerzielle Organisationen wie z. B. Wohltätigkeitsorganisationen oder Amateur-Sportvereine sollen weiterhin auf "Cash only" setzen dürfen.
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