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US-Präsident Trump in Irland: Golf, Proteste und ein heikles Thema
US-Präsident Trump besucht Irland - und ein Golfturnier in seinem eigenem Golfressort. Ein kleines Dorf steht Kopf, viele demonstrieren gegen den Besuch - und dann wird plötzlich die Einheit Irlands zum Thema.
Als die Stimme von Donald Trump über die Straßen des kleinen westirischen Küstenortes hallt, ist der US-Präsident selbst noch gar nicht dort angekommen. Die Stimme kommt über die Lautsprecher, die an den Laternenmasten von Doonbeg hängen. "Die werden immer rausgeholt an Feiertagen", erzählt eine junge Frau, die in einem Café arbeitet.
Den ganzen Tag über sind im Zentrum von Doonbeg nicht nur traditionelle irische Volkslieder zu hören, sondern zur vollen Stunde immer auch die Radionachrichten. Und die bestimmt an diesem Wochenende in Irland nur einer: Donald Trump.
"Doonbeg ist ein typisches irisches Dorf", sagt ein Polizist, der wie so viele seiner Kollegen den ganzen Tag an der kleinen Hauptstraße steht, die mitten durch den Ortskern führt. "Ein paar Pubs, eine Kirche mit Friedhof, Überreste eine Burgruine". Er selbst lebt viel weiter nördlich, aber wie so viele Einsatzkräfte wurde er für den Besuch von Trump nach Doonbeg verlegt.
Rund 4.000 Polizei- und Sicherheitskräfte sind landesweit im Einsatz - hier in Westirland und in der Hauptstadt Dublin -, darunter auch US-amerikanische Sicherheitskräfte.
An diesem Wochenende ist in dem 300-Einwohner-Ort wenig normal: Das Golfressort am Meer, das Donald Trump 2014 gekauft hat, als es kurz vor dem Bankrott stand, und in das er umfassend investiert hat in den Folgejahren, trägt zum ersten Mal die renommierten Irish Open aus.
Auch Trumps beiden Söhne Eric und Donald Jr. sind angereist. Am Sonntag will der US-Präsident die Trophäe überreichen. "So was habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen", sagt eine Anwohnerin, die von ihrem Haus steht und die vielen mit gelben Westen bekleideten Polizisten betrachtet, sowie die Golffans und Journalisten. Immer wieder fahren Shuttlebusse an ihr vorbei.
"Da kommt er!" Das Flugzeug von US-Präsident Trump fliegt über dessen Golfplatz im irischen Doonbeg.
Es ist der einzige Weg für die Tausenden Besucher der Irish Open in das weiträumig abgesperrte Ressort. An dessen Eingang, in dem sich auch ein Fünf-Sterne-Hotel befindet, gibt es Sicherheitskontrollen wie sonst an Flughäfen.
In einer Umfrage der Zeitung Sunday Independent sprachen sich vorab 69 Prozent der Iren gegen Trumps Besuch aus - dabei geht es ganz wesentlich um Israel und Palästina, aber auch um Iran und die daraus resultierenden hohen Energiekosten, die auch Irland treffen. Die grüne Insel gilt als eines der Israel-kritischsten Länder im Westen. Im Sommer verhängte die Regierung als erstes EU-Land ein Importverbot für Waren aus israelischen Siedlungen in den Palästinensergebieten.