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Herr der RGB-Ringe: OpenRGB erreicht Version 1.0
Ein Tool, sie alle zu erleuchten: Nach mehr als sechs Jahren Entwicklung erreicht OpenRGB die Version 1.0. Die freie Software bündelt die RGB-Steuerung von Hardware zahlreicher Hersteller unter einer Oberfläche und soll damit Programme wie iCUE, Armoury Crate oder Mystic Light zumindest für die Beleuchtung überflüssig machen.
RGB-Beleuchtung ist längst nicht mehr nur auf Tastaturen und Mäuse beschränkt. Arbeitsspeicher, Grafikkarten, Mainboards, Lüfter, LED-Streifen, Headsets und selbst Monitore können leuchten. Wer Hardware verschiedener Hersteller kombiniert, braucht zur Steuerung allerdings schnell mehrere Anwendungen.
Genau hier setzt OpenRGB an. Die quelloffene Anwendung versucht, möglichst viele RGB-Komponenten unabhängig vom Hersteller über eine gemeinsame Oberfläche anzusteuern. Die Entwickler selbst beschreiben das Ziel passend als „One app to rule them all“. OpenRGB steht für Windows, Linux und macOS zur Verfügung und soll im Gegensatz zu vielen Herstellerlösungen nur wenige Systemressourcen beanspruchen.
Nach dem ersten Release im März 2020 und Version 0.9 im Juli 2023 folgt nun der große Sprung auf OpenRGB 1.0. Dazwischen lagen seit Februar 2025 drei Release Candidates sowie mehrere Überarbeitungen.
Hinter der neuen Versionsnummer steckt nicht nur zusätzliche Hardware-Unterstützung. Für Version 1.0 haben die Entwickler unter anderem das Profil-System grundlegend umgebaut. Profile werden nicht länger im proprietären ORP-Format, sondern als JSON-Dateien gespeichert. Dadurch können auch Plugins ihre Einstellungen direkt in einem Profil hinterlegen. Ein Beleuchtungsprofil kann damit beispielsweise nicht nur Farben und Modi der Geräte, sondern zugleich die Konfiguration des Effects-Plugins enthalten.
Auch der Client-/Server-Betrieb wurde überarbeitet. Einstellungen und Profile lassen sich nun mit dem im Hintergrund laufenden OpenRGB-Dienst synchronisieren. Das ist insbesondere unter Windows relevant, weil der für Zugriffe auf SMBus-Geräte verwendete PawnIO-Treiber erhöhte Rechte benötigt. Statt die gesamte Benutzeroberfläche als Administrator auszuführen, kann der privilegierte Teil als Dienst laufen.
Neu sind außerdem unter anderem Hotplugging für USB-HID-Geräte, dynamisch aktualisierte Gerätelisten und unterschiedliche Beleuchtungsmodi pro Zone. Auch das SDK-Protokoll und die Plugin-Schnittstelle wurden für Version 1.0 weiterentwickelt.
Schon die vorhergehenden Release Candidates erweiterten die Hardware-Unterstützung deutlich. Hinzu kamen beziehungsweise verbessert wurden unter anderem Geräte von Logitech, MSI, Gigabyte, PowerColor und PNY sowie QMK-Tastaturen mit VialRGB- und Keychron-Protokoll. Auch die Erkennung von Corsair-RGB-Arbeitsspeicher wurde überarbeitet.
Über Plugins lässt sich OpenRGB zudem über die reine Farbsteuerung hinaus erweitern. Möglich sind beispielsweise eine auf Musik reagierende Beleuchtung, Ambilight-ähnliche Effekte oder die Visualisierung von CPU- und GPU-Werten über die LEDs.
OpenRGB 1.0 steht als Open-Source-Software kostenlos zur Verfügung. Der Quellcode und die neue Version werden über Codeberg angeboten.