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Deutsche Haushalte könnten mit flexiblem Stromverbrauch Milliarden sparen
Milliardenpotenzial im Stromnetz: Deutsche Haushalte könnten nach dem Flexibilitäts-Check 2026 von E.ON und der Forschungsstelle für Energiewirtschaft ihren Stromverbrauch so verschieben, dass jährlich bis zu 1,65 Milliarden Euro eingespart werden. Technisch ließen sich schon 2026 rund 18,3 Terawattstunden verlagern. Das ist allerdings ein theoretisches Maximalpotenzial und keine garantierte Ersparnis.
München (Deutschland). Strom wird nicht zu jeder Tageszeit unter denselben Bedingungen erzeugt und gehandelt. Für Haushalte kann es deshalb günstiger sein, flexible Verbraucher und Speicher dann zu nutzen, wenn Strompreise niedriger sind oder besonders viel erneuerbarer Strom verfügbar ist. Bisher bleibt ein großer Teil dieses Spielraums jedoch ungenutzt.
Der neue Flexibilitäts-Check beziffert nun, wie groß dieses Potenzial in deutschen Haushalten bereits ist. E.ON und die Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V. (FfE) haben dafür Modellierungen und Simulationen mit externen Daten sowie einer repräsentativen YouGov-Befragung kombiniert. Die Ergebnisse beschreiben technische und wirtschaftliche Möglichkeiten, nicht die heute tatsächlich verschobene Strommenge.
Nach den Berechnungen könnten Haushalte 2026 insgesamt rund 18,3 Terawattstunden Strom zeitlich verlagern. Davon entfallen 4,9 Terawattstunden auf 2,2 Millionen Heimspeicher, 3,6 Terawattstunden auf mehr als zwei Millionen Elektroautos und 1,5 Terawattstunden auf knapp zwei Millionen Wärmepumpen. Weitere 8,3 Terawattstunden stammen rechnerisch aus Waschmaschinen, Trocknern und Geschirrspülern.
Damit entfällt fast die Hälfte des gesamten Potenzials auf vergleichsweise kleine Haushaltsgeräte. Bei Elektroautos berücksichtigt die Analyse auch rund 278.000 Fahrzeuge, die bereits bidirektional laden können. Diese Fahrzeuge werden in der Analyse deshalb zusätzlich als Flexibilitätsoption berücksichtigt.
Für die einzelnen Technologien wurden Verbräuche, Bestandszahlen und technische Annahmen zusammengeführt. In die Hochrechnungen flossen unter anderem Ladeverluste, Nutzungsszenarien und Expertenschätzungen ein. Die Verteilung der flexiblen Haushaltsgeräte wurde mithilfe der begleitenden Bevölkerungsumfrage abgeschätzt.
Besonders deutlich wird die mögliche Wirkung beim Geld. Werden Elektroautos, Wärmepumpen und Heimspeicher optimal gesteuert, beziffert der Flexibilitäts-Check das jährliche Einsparpotenzial auf bis zu 762 Millionen Euro. Kommen Waschmaschinen, Trockner und Geschirrspüler hinzu, steigt der theoretische Höchstwert auf 1,65 Milliarden Euro pro Jahr.
Diese Summe ist kein Betrag, den Haushalte automatisch auf ihren Rechnungen wiederfinden. Sie setzt voraus, dass die vorhandene Flexibilität tatsächlich nutzbar ist, Strom zeitlich gezielt verschoben wird und passende Tarife sowie Mess- und Steuertechnik verfügbar sind. Außerdem handelt es sich um Modellrechnungen mit Annahmen über Verbrauch, Preise und technische Nutzung.
Auch für das Klima ergibt sich laut Analyse ein Potenzial. Würde Stromverbrauch gezielt in Zeiten hoher erneuerbarer Erzeugung verschoben, könnten demnach jährlich mehr als eine Million Tonnen CO₂ vermieden werden. Die Studie beschreibt damit eine mögliche Wirkung optimierter Lastverschiebung, keine bereits gemessene Emissionsminderung.
Mit mehr Elektroautos, Wärmepumpen und Heimspeichern soll auch die verschiebbare Strommenge steigen. Für 2031 kommt die Analyse auf rund 34 Terawattstunden pro Jahr. Heimspeicher hätten dann mit 13,7 Terawattstunden das größte technische Potenzial, gefolgt von Elektroautos mit 9,3 und Wärmepumpen mit 2,9 Terawattstunden.