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10 Jahre Two Point Studios: Die Macher im großen Jubiläums-Interview über Bankrott, Bullfrog und die Zukunft
Studio Director Gary Carr und COO Jo Koehler blicken auf das Erbe von Theme Hospital zurück und verraten ihre verrückten Pläne für kommende Management-Spiele.
2016, also vor mittlerweile zehn Jahren, wurden die Two Point Studios gegründet. Ihr Ziel: Halbwegs verrückte Management-Simulationen zu entwickeln, sich selbst nicht so ganz ernst nehmen - ganz im Stil der Bullfrog-Klassiker wie Theme Hospital. Das Studio wurde von Ben Hymers, Mark Webley und Gary Carr gegründet. Die beiden Letzteren waren zuvor an Titeln wie dem erwähnten Theme Hospital, Black & White oder auch der Fable-Reihe beteiligt, arbeiteten also bei Bullfrog und Lionhead.
Es ist gewissermaßen der nächste Schritt auf ihrer Karriereleiter, mit einem eigenen Studio an die Klassiker anzuknüpfen. Das Resultat waren bislang die Titel Two Point Hospital, Two Point Campus und zuletzt Two Point Museum. Grund genug, um zum Jubiläum einmal ein zurück und ein wenig nach vorne zu blicken - Chief Operating Officer Jo Koehler und Studio Director Gary Carr standen uns Rede und Antwort.
Eurogamer.de: Wenn ihr an die Anfänge im Jahr 2016 zurückdenkt: Was war damals die ursprüngliche Vision für das Studio und wie sehr deckt sie sich mit dem, wo ihr heute steht?
Gary Carr: Ich glaube, wir Gründer waren uns alle einig, dass die Zeit reif für eine klassische Wirtschaftssimulation war. Mark und ich hatten vor allem in der ersten Hälfte unserer Karrieren jede Menge Erfahrung mit dieser Art von Spielen gesammelt. Zudem standen wir immer noch mit Leuten in Kontakt, die damals mit uns an Titeln wie Theme Hospital gearbeitet hatten.
Eurogamer.de: Der Übergang von den legendären Bullfrog-Klassikern (wie Theme Hospital) hin zu einer völlig neuen, eigenen Marke war ein mutiger Schritt. Was war in der Gründungsphase die größte Herausforderung, um den alten Geist einzufangen, aber gleichzeitig etwas Modernes zu schaffen?
Gary Carr: Mark und ich merkten im Laufe der Zeit, dass wir eigentlich gar keine Spiele mehr entwickelten. Stattdessen managten wir nur noch riesige Teams bei extrem anspruchsvollen Projekten. Der Spaß war völlig auf der Strecke geblieben. Mark verließ Lionhead sogar und verabschiedete sich in den Vorruhestand. Ich selbst interessierte mich irgendwann mehr für Tischtennis als für meinen Schreibtisch. Es musste sich einfach etwas ändern.
Nach meinem Abschied von Lionhead kontaktierte ich Mark und Ben. Wir entwarfen den Plan für das Studio – mit dem festen Versprechen an uns selbst, dass Spaß im Vordergrund stehen muss!
Eurogamer.de: Wenn ihr die letzten zehn Jahre Revue passieren lasst: Welcher Moment – sei es ein Release, ein Fanevent oder ein interner Meilenstein – war für das Team der emotionalste oder überraschendste?
Gary Carr: Für mich wird das immer der Launch von Two Point Hospital sein. Ich gebe offen zu, dass ich wie ein Schlosshund geweint habe, als uns klar wurde, dass wir da einen echten Hit gelandet hatten. Wenn ich mich richtig erinnere, erzählte mir meine Frau, die damals die Buchhaltung machte, kurz vorher noch, dass unser Firmenkonto komplett leer war. Zum Glück haben wir also genug eingespielt, um weitermachen zu können!