// TAGESSCHAU AUSLAND — MONDO
Golftstaaten: Krisentreffen zur Lage in Straße von Hormus verschoben
Das für heute geplante Treffen der Golfstaaten zum Konflikt um die Straße von Hormus ist verschoben. Eine Rolle spielten dabei offenbar die erneuten Angriffe der Huthi-Miliz im Jemen auf Saudi-Arabien. Derweil steigen die Öl- und Benzinpreise.
Die diplomatischen Bemühungen zur Lösung der Krise in der Golfregion und der Straße von Hormus haben einen Rückschlag erlitten.
Das für heute dazu geplante Außenministertreffen der Golfstaaten ist nach Angaben aus Teheran wegen der Eskalation im Jemen verschoben worden. "Saudi-Arabien hat darum gebeten, dass diese Sitzung nicht stattfindet", sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai in Teheran. Auf dem Treffen wollte Iran mit Oman eine Vereinbarung über die Zukunft der Straße von Hormus vorstellen.
Auf Nachfrage bestätigte Baghai, dass die jüngsten Entwicklungen im Jemen dabei eine Rolle gespielt hätten.
Eine Rolle könnten aber auch unterschiedliche Positionen der Golfstaaten gespielt haben. Darauf deuteten die Worte des omanischen Außenministers Badr al-Busaidi hin, der die Verschiebung am späten Sonntagabend verkündet hatte. "Im Interesse des Konsenses wurde das für morgen in Salalah geplante regionale Treffen verschoben", hatte er geschrieben.
Es ist eine Vorsichtsmaßnahme, die die Öl- und Benzinpreise weiter steigen lasse könnte.
mehr
Vergangene Woche war die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz im Bürgerkriegsland Jemen überraschend schnell zur wichtigen Meerenge Bab al-Mandab vorgerückt. Die Huthi griffen Stellungen der Regierungstruppen an und kontrollieren inzwischen die gesamte Westküste des Landes.
Am Sonntag griffen die Huthi erneut auch Ziele in Saudi-Arabien an. Staatliche Medien zeigten Videoaufnahmen von Schäden an Häusern und einer Moschee, die demnach von einem Angriff der Huthi auf die südliche Provinz Dschasan stammten.
Auch heute beanspruchte die Miliz erneut Angriffe für sich. Sie habe auf der Luftwaffenbasis Chamis Muschait im Süden des Königreichs unter anderem Waffenlager, Startbahnen und Hangar mit Dutzenden Raketen und Drohnen angegriffen, sagte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari. Es sei eine Antwort auf mehr als 300 saudische Luftangriffe im Jemen in den vergangenen Tagen.
Zuvor hatten Angriffe der Huthi auf Saudi-Arabien bereits zur Schließung einer wichtigen, 1.200 Kilometer langen Ost-West-Pipeline geführt.