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Berlin-Wahl: Wie Stefan Evers zum CDU-Spitzenkandidaten wurde
Jahrelang zog Stefan Evers eher im Hintergrund die Fäden. Jetzt steht der bisherige Finanzsenator erstmals selbst an der Spitze eines CDU-Wahlkampfs - die größte Bewährungsprobe seiner Karriere.
Stefan Evers ist eingesprungen. Schon wieder. Er kennt das ja. Bereits Ende April musste er kurzfristig aushelfen. Dem Berliner Senat war - durch Rücktritt - die damalige Kultursenatorin abhandengekommen. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) fragte seinen Parteifreund und Finanzsenator Evers. Und der sagte kurzerhand zu.
Wenig später wurde er schon wieder gebraucht. Mitte Juli war klar: Wegner kann nicht CDU-Spitzenkandidat bleiben. Zu offensichtlich hatte der Rathauschef die Wahrheit strapaziert bei Nachfragen, was genau er eigentlich beruflich gemacht hatte, als zu Jahresbeginn fast 50.000 Haushalte in Berlin ohne Strom waren (die Antwort: anscheinend deutlich weniger, als Wegner öffentlich behauptet hatte).
Berlins Regierender Bürgermeister Wegner tritt bei der nächsten Wahl nicht mehr an, bleibt aber bis September im Amt.
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Und so sollte Evers Mitte Juli wieder einmal den Ausputzer spielen - dieses Mal als Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl. Selbstverständlich sagte er wieder "Ja". Damit steht er erstmals in der vordersten Reihe. Bislang hatte er sich vor allem als Fachmann im Hintergrund profiliert.
Geboren 1979 in Herdecke, Nordrhein-Westfalen, aufgewachsen in Paderborn. Nach dem Abitur Jura-Studium in Potsdam. Nebenbei arbeitete Evers als Referent für CDU-Bundestagsabgeordnete. Er macht das offenbar ordentlich und empfiehlt sich für weitere Aufgaben in der Partei. 2011 zieht er in das Berliner Abgeordnetenhaus ein.
Im Rampenlicht stand er bis dahin selten. In seinem Bezirksverband Charlottenburg-Wilmersdorf und der dortigen Fraktion waren stets andere die Vorsitzenden. Evers war ein Mann der zweiten Reihe. Erst im Abgeordnetenhaus schärfte sich sein Profil mit den Jahren.
Evers wurde Fraktionsvorsitzender, stadtentwicklungspolitischer Sprecher und 2016 schließlich Generalsekretär der Berliner CDU.
Seine Landesvorsitzende damals: Monika Grütters. Sie galt als Vertreterin des Merkelschen Mitte-Kurses innerhalb der Partei. Evers wurde ebenfalls zu diesem Lager gezählt. Als der eher konservative Kai Wegner 2018 Landesvorsitzender wird, rechnen viele mit einer Ablösung von Evers als Generalsekretär. Doch dieser bleibt im Amt. Und verdient sich Meriten in der Hauptstadt-CDU.
Es könnte eng werden bei der Wahl in Berlin: Auch Grüne, AfD und SPD liegen in der Umfrage nah beieinander.
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