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Trotz Protest und Sicherheitskrise: Trump will KI-Entwicklungstempo nicht drosseln
Während Vertreter der Big-Tech-Konzerne angesichts der aktuellen KI-Sicherheitsdebatte das Entwicklungstempo verlangsamen wollen, will US-Präsident Donald Trump nicht eingreifen. Der Protest gegen den KI-Ausbau in den USA wächst aber weiter und wird immer relevanter mit Blick auf die Kongresswahlen im November.
Von Trumps aktuellen Aussagen berichtet die Washington Post. Am Rande des Golfturniers Irish Open sagte er: „Wir liegen bei KI vor China, wir sind das fortschrittlichste Land der Welt und ehrlich gesagt, ich will, dass es so bleibt.“ Wer auch immer bei „KI gewinnt, gewinnt“.
Trump geht damit nicht auf die Führungsspitzen der KI-Labs ein, die sich angesichts der aktuellen Debatte rund um KI-Risiken dafür aussprechen, das Entwicklungstempo zu drosseln. Öffentlich äußerten sich am Wochenende Anthropic-Chef Dario Amodei, OpenAI-Chef Sam Altman, Elon Musk sowie Microsoft-CEO Satya Nadella. Amodei fordert etwa, die US-Administration müsse sowohl national als auch international kontrollieren, dass das Wettrüsten tatsächlich gedrosselt wird.
Trump warnt hingegen allgemein vor „negativen Kräften“, die „Sachen aufbringen“, die nicht eintreten werden. Gemeint sind damit die Warnungen von KI-Forschern, die in der letzten Woche viral gingen. Bei diesen ging es im Kern um die Aussage, dass eine Chance von zehn Prozent bestehe, KI-Systeme könnten die Menschheit bis Ende des Jahrzehnts auslöschen.
Das Weiße Haus wollte auf Anfrage der Washington Post nicht kommentieren, wie man mit den Warnungen der Tech-Chefs umgehen will.
Ähnlich äußerte sich Trump bereits in den letzten Wochen und Monaten. So bezeichnete er etwa lokale Proteste gegen Rechenzentren-Projekte als Fehler. „Der einzige Grund, den lokale Kommunen gegen den Bau von Rechenzentren haben könnten, ist, dass sie arm und rückständig enden wollen“, sagte er Ende August laut einem Bericht von Politico.
Die KI-Protestwelle wächst aber eher weiter. Insbesondere der Ausbau von Rechenzentren entwickelt sich zum Wahlkampfthema für die anstehende Kongresswahl. Die Bundesstaaten New York und Texas haben bereits Moratorien für den Rechenzentren-Ausbau beschlossen, diverse Kandidaten sprechen sich deutlich gegen die KI-Pläne der Big-Tech-Konzerne aus. Teilweise handelt es sich dabei um Amtsinhaber, die bis vor einem Jahr noch um den Ausbau von Rechenzentren in ihrem Bundesstaat warben. Das politische Klima richtet sich klar gegen die aktuelle KI-Entwicklung.
Zu den prominentesten Politikern, die das Entwicklungstempo drosseln oder komplett pausieren wollen, zählt der US-Senator Bernie Sanders. Er fordert zudem einen kompletten Bann für die Entwicklung einer Superintelligenz. Im US-Kongress erarbeitet er derzeit eine entsprechende Gesetzesvorlage. Zuvor forderte Sanders bereits ein landesweites Moratorium für den Bau von Rechenzentren.
Trump hatte sich bei seinem Wahlkampf für die US-Präsidentschaft mit Führungsfiguren der Tech-Branche verbündet. Elon Musk war der prominenteste Name, es spendeten aber auch weitere Tech-Konzerne für seine Kampagne. CEOs wie Mark Zuckerberg und Sam Altman suchten in den letzten Jahren ebenfalls die Nähe zu Trump.