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GPU-Marktanalyse: Überraschendes Absatzplus bei Grafikkarten
Das zweite Quartal war für Grafikkartenhersteller ungewöhnlich stark. Dahinter könnten auch chinesische KI-Farmen stecken.
Die Verkäufe von Desktop-Grafikkarten sind im zweiten Quartal 2026 auf rund 12,5 Millionen Stück gestiegen. Obwohl dieser Zeitraum traditionell schwach ist, entspricht das einem Wachstum von sechs Prozent gegenüber dem ersten Quartal. Zum gleichen Vorjahreszeitraum liegt das Plus bei acht Prozent.
Das geht aus einer Analyse des Marktbeobachters Jon Peddie Research (JPR) hervor. Der Anstieg überrascht insbesondere in Anbetracht der eingebrochenen Verkaufszahlen von Desktop-Prozessoren. Im Jahresvergleich steht hier ein Minus von 33 Prozent auf rund 14 Millionen Stück. Es wurden also auch erheblich weniger Komplett-PCs verkauft.
Rechnerisch sind zuletzt 89 Grafikkarten auf 100 neu verkaufte CPUs gekommen. In heutigen Zeiten ist das ein rekordverdächtiger Wert, da die meisten Prozessoren in Büro-PCs ohne eigenständige Grafikkarte landen. Ein Jahr zuvor waren es noch 63 Grafikkarten auf 100 Prozessoren.
Laut JPR nahmen zuletzt vor allem die Verkäufe von High-End-Grafikkarten zu. Der Marktbeobachter vermutet, dass viele PC-Spieler in Erwartung an weiter steigende Preise aufgerüstet haben.
HKEPC aus Hongkong bringt eine weitere These ins Spiel: Demnach würden chinesische Anbieter massenhaft Grafikkarten wie die GeForce RTX 5090 aufkaufen, um daraus KI-Workstations zu bauen. Bilder sollen untermauern, dass RTX-5090-Grafikkarten trotz Exporteinschränkungen palettenweise nach China gelangen.
Sofern ein Anbieter an solche Grafikkarten kommt, kann sich der Einsatz und Verkauf von KI-Workstations lohnen. Profi-Modelle wie die RTX Pro 6000 Blackwell haben zwar mehr Speicher, sind aber auch bedeutend teurer.
Privatkäufer kommen schon seit vielen Monaten nicht mehr an eine bezahlbare GeForce RTX 5090. Händler verlangen mittlerweile mindestens 5250 Euro – Faktor 2,5 über Nvidias Preisempfehlung. Hinweise auf die Zweckentfremdung für KI fanden wir bereits in Taiwan, wo Anbieter Herstellerkarten zerlegen und dann weiterverarbeiten.
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