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BKA-Lagebild: Kriminelle Gruppen werden digitaler und brutaler
Das BKA beobachtet einen tiefgreifenden Wandel der Organisierten Kriminalität. Banden agierten international, digital vernetzt - und brutaler. Täter würden inzwischen auch über Soziale Medien angeworben.
Das Bundeskriminalamt (BKA) sieht eine wachsende Bedrohung durch die Organisierte Kriminalität in Deutschland. Dies geht aus dem Bundeslagebild Organisierte Kriminalität für das vergangene Jahr hervor, das in Berlin vorgestellt wurde.
BKA-Chef Münch verwies dabei auf einen tiefgreifenden Wandel in der Organisierten Kriminalität: "Organisierte Kriminalität verändert ihr Gesicht: Kriminelle Netzwerke agieren heute viel stärker digital vernetzt, international und arbeitsteilig." Dem Lagebild zufolge wiesen 69 Prozent der Ermittlungsverfahren einen transnationalen Bezug auf.
Die Zahl der Ermittlungsverfahren nahm 2025 zu. Insgesamt waren es 683 Verfahren und damit so viele wie seit 2021 nicht mehr. Um mehr als 13 Prozent stieg die Zahl der Tatverdächtigen - auf den höchsten Wert der vergangenen fünf Jahre.
Unter den 7.988 Tatverdächtigen, die im vergangenen Jahr ermittelt wurden, waren 2.722 deutsche Staatsbürger, 664 Menschen mit türkischem Pass, 402 Syrer, 281 Albaner und 258 Menschen mit polnischer Staatsangehörigkeit.
Rauschgiftkriminalität machte im Berichtsjahr erneut mit Abstand den Großteil der OK-Ermittlungsverfahren aus, gefolgt von Kriminalität im Zusammenhang mit dem Wirtschaftsleben, Steuer- und Zolldelikten, Schleuserkriminalität, Eigentumsdelikten und Geldwäsche. In 31 Ermittlungsverfahren ging es primär um Gewaltkriminalität.
Zoll und Bundeskriminalamt sollen künftig enger zusammen arbeiten und neue Befugnisse erhalten.
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Kriminelle Banden in Deutschland greifen zudem immer häufiger zu exzessiver Gewalt, um ihre Opfer einzuschüchtern und Machtansprüche durchzusetzen - auch gegenüber rivalisierenden Gruppen.
Als ein Beispiel für die Brutalität, mit der viele Täter inzwischen vorgehen, nennt das BKA eine Serie von Explosionen und Schussabgaben im Großraum Köln seit Sommer 2024, die auf den Diebstahl einer Rauschgiftlieferung zurückzuführen sind. Zugenommen haben demnach zuletzt auch die Fälle, in denen Gewalttaten wie eine Dienstleistung bestellt oder durch eigens dafür rekrutierte Minderjährige verübt werden.
Da sich dieses vergleichsweise neue Phänomen der Anwerbung der Täter über soziale Medien "sehr dynamisch entwickelt", sei ein fortlaufender Austausch mit den Service-Providern notwendig, hält das BKA fest. Unter den angeheuerten Tätern seien sogar 13-Jährige. Auftraggeber und derjenige, der die Tat ausführt, begegnen sich dabei oft überhaupt nicht.