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Linken-Kandidatin zur Berlin-Wahl: Wie Elif Eralp um das Rote Rathaus kämpft
Die Linke liefert sich in Umfragen zur Berliner Abgeordnetenhauswahl ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der CDU. Ihre Spitzenkandidatin kämpft vor allem gegen hohe Mieten und polarisiert im Wahlkampf stark.
Elif Eralp lacht viel - auch an diesem Nachmittag im August in einem Hinterhof in Berlin-Kreuzberg. Ihre Parteifreunde haben einen hölzernen Marktstand mit Markise in eine Kiezkantine verwandelt. Die Spitzenkandidatin der Linken steht mit Kelle und Plastikschüsseln dahinter und verteilt Essen - Kartoffelbrei, Ofengemüse, Brötchen und eine Banane für drei Euro. "Das wollen wir später, wenn ich Regierende Bürgermeisterin bin, in ganz Berlin einführen", sagt die 45-Jährige in ihrer roten Schürze mit dem Slogan "Eat the rich".
"Cool!", findet das eine Grafikerin aus einem Animationsstudio nebenan, die gemeinsam mit ihren Kolleginnen zum Mittagessen vorbeikommt. "Wo kriegt man heute noch Essen für drei Euro? Ich glaube, sogar Einkaufen wäre teurer." Trotzdem sind es nicht nur Wohlfühlgespräche für die Spitzenkandidatin. Das Kreuzberger Urgestein und Kopf der Punk-Künstlergruppe "Die Tödliche Doris", Wolfgang Müller, nimmt den Drei-Euro-Teller gerne, will von Elif Eralp aber auch wissen, was er seinem Freund sagen soll. Der habe vor 25 Jahren die PDS gewählt und glaube der Linken jetzt kein Wort mehr, weil sie damals dem Verkauf der größten landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft in Berlin zugestimmt hatte.
Interessierte können ihre politische Haltung mit den Programmen der bei der Landtagswahl antretenden Parteien vergleichen.
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"Das war ein großer Fehler", räumt die Linken-Politikerin unumwunden ein, auch wenn der Spardruck auf den Haushalt und aus der SPD damals riesig gewesen sei. Heute würde die Linke einem solchen Verkauf niemals wieder zustimmen, sagt die studierte Juristin lachend. "Da haben wir die letzten 25 Jahre dazugelernt." Heute will Elif Eralp die Wohnungen von großen privaten Konzernen wieder in öffentliches Eigentum zurückholen, also gegen Entschädigung vergesellschaften und damit den erfolgreichen Volksentscheid von 2021 in Berlin umsetzen.
Es ist das wohl heißeste Eisen im Wahlkampf in der Hauptstadt. Die schwarz-rote Bundesregierung plant inzwischen ein Gesetz, das Vergesellschaftung verbieten soll. Außerdem hat der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach das Thema zum Ausschlusskriterium für eine mögliche rot-grün-rote Koalition erklärt.
Die gebürtige Münchnerin Eralp sieht überhaupt keinen Grund, von der Forderung abzurücken. "Letztendlich muss der Volksentscheid von allen demokratischen Parteien ernst genommen werden", sagt die Tochter türkischer Einwanderer. "Das war kein Auftrag, der speziell an die Linken ging." Ihre Eltern flohen als Sozialisten und Gewerkschafter aus der Türkei. Elif Eralp war schon als Kind oft auf Demonstrationen. Heute steht auf den Plakaten der Linken "Mietabzocke stoppen". Eilf Eralp selbst trägt eine goldene Kette mit dem Schriftzug "Mietendeckel" um den Hals. Auch den fordern die Linken für die landeseigenen Gesellschaften, ebenso wie ein Amt gegen Mietwucher und ein kommunales Sozialwohnungsbauprogramm.
Die Linken-Politikerin Eralp könnte Regierende Bürgermeisterin in Berlin werden.
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Viele Bauunternehmer kritisieren die Pläne der Linken scharf. "Das ist ein echtes Problem, weil letztendlich lösen wir nicht die Wohnungsfrage damit, dass wir Mieten deckeln", argumentiert Thomas Doll. "Wir wollen Berlin bezahlbar machen und dass die Menschen hier alle ein gutes Leben haben können - unabhängig von Einkommen, von Herkunft", kontert Elif Eralp in seinem Baustellenbüro.
Unter anderem im ehemaligen Arbeiterviertel Berlin-Friedrichshain hat Bauunternehmer Jürgen Leibfried ein ganzes Quartier gebaut - inklusive Sozialwohnungen und Kindertagesstätte - gegen Widerstände der Linken. Mehr als 24.000 Wohnungen hat sein Unternehmen in Berlin bereits geschaffen. "Wenn sie so agiert, wie s