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„Marvel's Wolverine“ angespielt: Ein Spiel, das 17 Jahre zu spät kommt
„Marvel's Wolverine“ sieht super aus, spielt sich aber sehr altbacken. Die Bestie kommt nicht zu spät zur Party, sie hat sie verpasst.
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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.
Der amerikanische Entwickler Insomniac Games kennt den Stoff, aus dem Helden gemacht sind: Bei Spyro war es lila Drachenhaut, bei Ratchet geflecktes Lombax-Fell und bei Spider-Man blau-rotes Gummi. Ihr neuer Held stammt zu großen Teilen aus Adamantium, einem unzerstörbaren Metall, das ihm auch seine tödlichen Klingen verleiht. Die Rede ist von Marvel-Held Wolverine, der die Kinoleinwand schon seit längerer Zeit verlassen hat. Seinen abgedrehten Multiversums-Ausflug mit Deadpool kann man jetzt zum Kanon zählen oder auch nicht.
Bei seinen Videospielen herrscht schon länger Ebbe. Hier schlug Wolverine zuletzt im Jahr 2009 seine Waffen in bemitleidenswerte Feinde – und das in einem sehr monotonen Button-Masher. Brutale Heldenspiele sind zu diesem Zeitpunkt schon lange aus der Mode gekommen. „God of War“ hat später noch den Absprung ins erwachsene Gefilde geschafft, Wolverine jedoch nicht. Aber seine Marke scheint genauso unsterblich wie er selbst zu sein: Das neue PS5-Exklusivspiel „Marvel's Wolverine“ holt die Bestie zurück und präsentiert ein optisch beeindruckendes und erzählerisch ganz solides Spiel. Doch das Gameplay ist dasselbe wie damals. Vor dieser Staublawine kann einen noch nicht mal Fanservice retten.
Wolverine ist zurück – aber ist es jetzt der Comic-, der Serien- oder der Film-Held? Insomniac Games macht es sich einfach: Anstatt irgendwo im Kanon eine passende Lücke zu finden, in die das Spiel hineinpasst, schreibt das Studio sich einfach eine eigene Geschichte zusammen. Professor X fehlt komplett, aber Wolverine hat sich immer noch der Mission verschrieben, übernatürlichen Mutanten auf der ganzen Welt zu helfen. Das tut er dieses Mal für eine andere mächtige Vaterfigur, die auch irgendwo einen idyllischen Zufluchtsort für Seinesgleichen errichtet hat. Ihr Feind ist ein böser Wissenschaftler, der sie für böse Experimente benutzen will. Also alles ist anders und doch irgendwie gleich. Bedeutet: Ich muss kein Marvel-Fan sein, um Wolverine spielen zu dürfen. Anspielungen gibt es jedoch überall.
Ganz im Gegensatz zu Insomniacs vorherigem Spiel, in dem ich mit einem Spider-Man-Doppelpack durch New York schwingen konnte, ist Wolverine nun richtig oldschool. Soll heißen: linear. Jedes Level funktioniert wie eine Mini-Episode, führt mich an einen bestimmten Ort und endet mit einem coolen Finale, bis es wieder ins Hauptquartier für ein paar ruhigere Momente geht. Im ersten Moment ist das recht erfrischend, denn auch die Spider-Man-Open-World hatte ihre Schwachstellen. Auf die Beschäftigungstherapie folgt jetzt ein durchgepeitschter Film, bei dem ich abwechselnd mal spielen und mal zuschauen muss. Es warten 14 kompakte Stunden auf mich. Doch was genau wird in diesen geboten?
Wolverines Handwerk ist das Kämpfen. Rücksichtsvolles Verdreschen mit Spidey war gestern – wenn die Bestie zuschlägt, fliegen Blut und Körperteile durch die Gegend. Die Altersfreigabe schießt in die Höhe wie so mancher Kopf. Wer mag, kann die Gewaltorgie auch über die Einstellungen entschärfen. Aber so drastisch die Brutalität auch ist, so authentisch ist sie auch. Weniger wäre bei diesem Protagonisten auch unglaubwürdig gewesen. Insomniac war konsequent: Wolverine verdrischt seine Feinde mit Hieben und Stichen, mit der Zeit schalte ich immer mehr Manöver frei, um mein Klingen-Kungfu auszubauen und gleichzeitig mit ganzen Massen an Feinden klarzukommen. Der Feind setzt mir wiederum Handlanger, Schusswaffen, Blitzklingen, Schilde und Roboter entgegen. Möge die Party beginnen.
Unbesiegbar ist die Bestie allerdings nicht. Seine Wut ist eine zweite Energieleiste. Solange Wolverine kämpft, bleibt er am Leben. Das Gameplay ermutigt mich also, mich in einen wahren Rausch zu kämpf