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Smartphones können beim Gassigehen vom Hundekot ablenken
Handy, Gespräche oder mehrere Hunde waren bei Beobachtungen wiederholt mit Situationen verbunden, in denen Halter Hundekot oder Störungen in sensiblen Lebensräumen übersahen. Eine britische Studie zeigt zugleich, dass die meisten Menschen verantwortungsvoll handeln und dass passend platzierte Abfalleimer, gezielte Hinweise und geeignete Freilaufflächen Konflikte entschärfen könnten.
Guildford (England). Hundespaziergänge bringen Menschen regelmäßig nach draußen, fördern Bewegung und soziale Kontakte und schaffen Nähe zur Natur, können aber zugleich Wildtiere stören, empfindliche Vegetation belasten oder Konflikte mit anderen Nutzern der Landschaft auslösen. In der öffentlichen Debatte wird dabei oft zwischen verantwortungsvollen und verantwortungslosen Haltern unterschieden, obwohl alltägliche Situationen eine wichtige Rolle spielen können.
Eine neue Untersuchung legt nahe, dass diese einfache Einteilung zu kurz greift, weil auch Aufmerksamkeit, Routinen und die Eigenständigkeit der Hunde das Geschehen prägen. Hinzu kommt die Frage, ob Wege, Abfalleimer und Hinweise zu dem passen, was während eines Spaziergangs tatsächlich geschieht.
Forscher der University of Surrey um Dr. Thomas Roberts haben dafür insgesamt 40 Stunden lang Hundespaziergänge an vier Orten in der Surrey Hills National Landscape beobachtet und zusätzlich einen Workshop mit 15 Landwirten, Landmanagern, Betreibern ländlicher Angebote und Naturschutzfachleuten ausgewertet. Die Studie erfasst damit konkrete Alltagssituationen und ergänzt die Beobachtungen durch die Erfahrungen von Menschen, die mit den Folgen des Hundespaziergangs in der Landschaft umgehen.
Während der Beobachtungszeiten registrierte das Team elf Fälle, in denen Hundekot übersehen wurde. Mangelnde Aufmerksamkeit fiel besonders auf, wenn einzelne Halter Kopfhörer oder Mobiltelefone nutzten, Gruppen in Gespräche vertieft waren oder professionelle Hundeausführer mehrere Tiere gleichzeitig im Blick behalten mussten. Freilaufende Hunde liefen zudem wiederholt in Unterholz und störten Vögel, während der Bericht der Forscher keine direkt beobachteten Fälle des Hetzens von Nutztieren beschreibt.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die Mehrheit sorglos mit der Landschaft umging. Nach Angaben des Teams sammelten die meisten Halter den Kot ihrer Tiere zuverlässig ein und manche beseitigten sogar Hinterlassenschaften anderer Hunde. Die Forscher sehen die Probleme deshalb weniger als Ausdruck grundsätzlicher Gleichgültigkeit, sondern als Folge bestimmter Situationen und Rahmenbedingungen.
„Hundehalter werden oft entweder als verantwortungsvoll oder verantwortungslos dargestellt, doch unsere Forschung zeigt, dass die Wirklichkeit deutlich komplizierter ist. Den meisten Menschen liegen ihre Hunde und die Landschaft sehr am Herzen. Probleme entstehen häufig, weil ihre Aufmerksamkeit geteilt ist oder weil die vorhandene Infrastruktur nicht dazu passt, wie Hundespaziergänge tatsächlich ablaufen“, erklärt Dr. Thomas Roberts.
Ein Beispiel dafür ist die Entsorgung von Hundekot, denn die Forscher fanden besonders viele Hinterlassenschaften innerhalb von etwa 50 bis 100 Metern um Parkplätze und entlang stark genutzter Wege. Viele Hunde erleichtern sich früh im Spaziergang, während Abfalleimer vor allem an den Zugängen stehen. Halter müssen den Beutel deshalb anschließend lange tragen oder zum Parkplatz zurückgehen.
Auch Hinweise wirken offenbar nicht unabhängig von Ort und Zeitpunkt, denn saisonale Schilder, die die Empfindlichkeit bodenbrütender Vögel erklärten, erhielten mehr Aufmerksamkeit als allgemeine Aufforderungen, Hunde anzuleinen. Mit zunehmender Gewöhnung schien das Interesse jedoch nachzulassen, weshalb die Autoren für kurze, freundliche Botschaften an Stellen plädieren, an denen Spaziergänger Entscheidungen treffen.
Als weitere Möglichkeiten nennen sie Abfalleimer näher an typischen Kotstellen, geeignete Freilaufbereiche abseits empfindlicher Lebensräume und gemeinschaftliche Formen der Betreuung,