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Xbox Game Pass: Ex-Entwickler von id Software kritisiert Microsofts Strategie
Nach seinem Rauswurf bei den Doom-Machern erhebt ein Ex-Produzent schwere Vorwürfe gegen Microsofts Abo-Dienst. Die Ziele seien für Studios völlig unklar definiert.
Nach Ansicht von Andrew Willis, einem ehemaligen Mitarbeiter von id Software, kümmert sich Microsoft alles andere als gut um seinen Xbox Game Pass.
Willis war in diesem Jahr von der großen Entlassungswelle betroffen und nimmt im Gespräch mit Kiwi Talkz kein Blatt vor den Mund.
Ihm zufolge ist der Game Pass "schlecht gemanagt, extrem schlecht gemanagt". Er ergänzt: "Ich glaube, sie haben das Ganze mit so wenig Weitsicht durchgezogen. Es fehlte völlig an Liebe zum Detail und an einem echten Verständnis für den Markt. Da war einfach so wenig Vision. Ich denke, sie sind einfach in diese Falle getappt, in der sie sich sagten: 'Machen wir einfach alles wie Netflix.'"
Andrew Willis arbeitete vor der großen Entlassungswelle als Producer bei id Software und betreute unter anderem aktiv die Entwicklung von "Doom: The Dark Ages". Seine Kritik an den Microsoft-Strukturen stammt somit direkt aus der Führungsebene einer der wichtigsten Xbox-Marken.
Ein Problem laut Willis: Bei Microsoft wusste keiner so richtig, wie man den Erfolg im Game Pass misst. Im Mai reduzierte das Unternehmen den Game-Pass-Preis nach einer Erhöhung im vergangenen Jahr wieder und Xbox-CEO Asha Sharma gab an, dass dies nur ein erster Schritt sei.
"Wenn man bei kommerzieller Kunst anfängt, Entscheidungen für Investoren statt für Spieler oder Entwickler zu treffen, macht man unweigerlich irgendwann gewaltige Fehler", findet Willis. "Und ich glaube nicht, dass Microsoft jemals herausgefunden hat, wie man den Erfolg des Game Pass überhaupt exakt messen soll."
"Ging es um gespielte Stunden? Ging es um Installationen oder um Spielerbindung? Ich und viele meiner Kollegen haben zumindest nie irgendwelche Zielvorgaben bekommen. Sollen die Leute ein Spiel endlos weiterspielen? Soll es extrem lang sein? Geht es nur darum, dass die Leute es sehen, sofort installieren wollen, und es dann völlig egal ist, ob sie es wirklich spielen?"
Angesichts dessen ist er der Meinung, dass Doom: The Dark Ages nichts im Game Pass verloren hat. "Doom hätte dort nicht landen dürfen", betont er. "Das war eine dämliche Idee."
Es habe zwar keine konkreten Aussagen dazu gegeben, ob das Abschneiden des Shooters zu den Entlassungen bei id Software führte, doch er scheint das zumindest zu vermuten.