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Stark geleerte Speicher: Reiche erhöht Anreize für mehr Gasreserven
Deutschlands Gasspeicher sind ungewöhnlich leer für diese Jahreszeit. Wirtschaftsministerin Reiche will deshalb die finanziellen Anreize für Händler erhöhen, mehr Gas für den Winter vorzuhalten.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche will die ungewöhnlich niedrigen Gasspeicherstände in Deutschland mit stärkeren Marktanreizen erhöhen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters soll eine für den Herbst geplante Ausschreibung sogenannter "Long Term Options" (LTO) um eine noch nicht festgelegte Gasmenge aufgestockt werden. Das Nachrichtenportal Politico hatte zuerst über die Pläne berichtet.
Einen erneuten direkten staatlichen Gaseinkauf wie in der Energiekrise 2022 plant die Bundesregierung demnach nicht. Parallel sollen die beiden bundeseigenen Energiekonzerne Uniper und Sefe ihre Möglichkeiten zur Einspeicherung stärker ausschöpfen. Beide Unternehmen hätten dies nach Angaben aus Regierungskreisen zugesagt.
"Long Term Options" sind langfristig ausgeschriebene Optionen auf Gaslieferungen. Trading Hub Europe (THE) - das ist die zentrale Koordinierungsstelle für den deutschen Gasmarkt - vereinbart dabei mit Händlern, dass diese bestimmte Gasmengen für einen späteren Bedarfsfall verfügbar halten. Dafür erhalten sie eine Vergütung. Ruft THE die Option ab, müssen die Händler das Gas liefern.
THE nutzt solche Ausschreibungen schon heute, um Gas für kurzfristige Engpässe abzusichern. Dabei kauft nicht der Staat selbst Gas ein und lagert es ein. Stattdessen bekommen Händler Geld dafür, dass sie bestimmte Mengen bereithalten und bei Bedarf liefern.
Die Sorge vor Gasengpässen im Winter wächst hierzulande. Österreichs Reserven sehen im Vergleich besser aus.
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Genau hier setzt der geplante stärkere Einsatz der LTO an: Werden größere Mengen ausgeschrieben und ausreichend vergütet, lohnt es sich für Händler eher, zusätzliches Gas zu beschaffen und vorzuhalten - etwa in Speichern.
Das Instrument wirkt damit indirekt: Der Staat schreibt nicht vor, wer wie viel Gas einlagern muss. Er schafft vielmehr einen finanziellen Anreiz, Gas nicht sofort am Markt zu verkaufen, sondern für einen möglichen späteren Abruf verfügbar zu halten.
Das ist derzeit besonders wichtig, weil sich die Speicherung für Händler wirtschaftlich nur begrenzt rechnet. Hohe aktuelle Gaspreise können den Anreiz erhöhen, Gas sofort zu verkaufen, statt für den Winter einzulagern.
Die Bundesnetzagentur meint, dass die Gasspeicher vor dem Winter voll genug sind.
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