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„Project Luna“: Metas nächste KI-Brille soll keine Kamera mehr haben
Meta reagiert auf die Datenschutzdebatte rund um seine Ray-Ban Smart Glasses mit einem neuen Modell ohne Kamera. Auch eine neue XR-Brille soll bald erscheinen.
Meta könnte im Herbst eine Smartbrille ohne eingebaute Kamera auf den Markt bringen. Das unter dem vorläufigen Projektnamen „Luna“ entwickelte Modell setzt stattdessen auf KI-Assistenz mittels Sprache. Über sechs eingebaute Mikrofone sollen sich Nutzer mit dem KI-Chatbot Meta AI sowie dem kürzlich gestarteten KI-Agenten Muse unterhalten. Zusätzlich soll Luna über einen seitlichen Knopf zur schnellen Aktivierung von Meta AI sowie offene Lautsprecher verfügen, wie sie auch in den bisherigen Modellen verbaut sind.
Laut dem Bericht von The Information, der sich auf mehrere eingeweihte Personen stützt, soll Meta auch das Design anpassen. Weniger Technik bedeutet auch weniger Platzbedarf, wodurch die Bügel schmaler ausfallen sollen, als bei den bisherigen Ray-Ban-Modellen. Luna könnte also noch näher an das Erscheinungsbild einer herkömmlichen Brille heranrücken.
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Auch das Ray-Ban-Branding dürfte ähnlich wie bei den im Sommer vorgestellten günstigeren Meta Glasses wegfallen. Geplant sein sollen zwei unterschiedliche Designs mit den Namen „Clubmaster“ und „Burbank“. Vorgestellt werden könnte Luna bereits auf der jährlichen Entwicklerkonferenz Connect, die am kommenden Mittwoch und Donnerstag stattfindet. Die Auslieferung soll laut dem Bericht ab Oktober starten.
Der Verzicht auf eine Kamera dürfte Metas Versuch sein, mit einer neuen Produktvariante einen Teil der selbstverursachten Datenschutzprobleme der eigenen Smart-Glasses-Reihe zu umgehen. Berichte über heimliches Filmen und Belästigung durch Träger der Ray-Ban-Brillen hatten in den vergangenen Monaten für erhebliche Kritik gesorgt. Meta hatte daraufhin per Software-Update die Kamerafunktion gesperrt, sobald die Aufnahme-LED manipuliert oder verdeckt wird.
Laut Metas Wearables-Chef Alex Himel seien weniger als 0,1 Prozent aller verkauften Brillen manipuliert worden. Bei geschätzten sieben Millionen abgesetzten Geräten wären das dennoch mehrere Tausend Stück. Parallel laufen in den USA 13 konsolidierte Sammelklagen gegen Meta, und eine weitere Klage zielt auf die Nutzung biometrischer Daten aus Facebook- und Instagram-Fotos für Gesichtserkennung ab.
Allerdings löst ein Modell ohne Kamera nicht automatisch alle Bedenken: Sechs eingebaute Mikrofone ermöglichen potenziell ebenfalls verdeckte Aufzeichnungen von Gesprächen in der Umgebung.
Neben Luna soll Meta auch die XR-Brille „Project Phoenix“ auf der Connect vorführen. Phoenix soll als Zwischenschritt zum nächsten vollwertigen Quest-Headset vor allem als Produktivitäts- und Unterhaltungsgerät vermarktet werden. Nutzer können durch kamerabasiertes Passthrough digitale Elemente in die physische Umgebung einblenden und so etwa Computerbildschirme oder Filme auf eine oder mehrere digitale Leinwände übertragen.