// HEISE ONLINE — MOBILE & WEB
Krankenhaus: „25 Seiten schreiben, um zu erklären, wie man Dokumente hochlädt“
Für Krankenhäuser wachsen die Anforderungen im IT-Bereich, doch vor allem staatliche IT-Projekte müssen noch reifen. Das wurde beim Jubiläum der KH-IT deutlich.
Andreas Lockau, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands der Krankenhaus-IT-Leiterinnen und -Leiter e. V., Dr. Philipp Stachwitz, Stabsstelle Digitalisierung bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Rainer Höfer, Abteilungsleiter IT und Digitalisierung beim GKV-Spitzenverband, Thomas Süptiz, Referatsleiter Cybersicherheit und Interoperabilität im Bundesministerium für Gesundheit, Alexander Beyer, stellvertretender Leiter des Geschäftsbereichs Digitalisierung und Grundsatz bei der Deutschen Krankenhausgesellschaft und Lars Forchheim, Vorstandsmitglied des KH-IT-Verbands.
„Die ePA fängt an, wirklich zu funktionieren.“ Mit diesem vorsichtigen Lob eröffnete Dr. Philipp Stachwitz von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) die Diskussionsrunde „Blickwinkel auf die digitale Gesundheitsversorgung 2030“ – schob jedoch hinterher, dass Berichte aus den Kliniken in der elektronischen Patientenakte (ePA) noch immer Mangelware seien. Alexander Beyer von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) warf ein, dass die Häuser derzeit etliche parallele Großprojekte vom Medikationsmanagement über Patientenportale bis hin zu neuen TI-Gateways stemmen. Dass die übergreifende Vernetzung das gemeinsame Ziel bleiben muss, darin waren sich beide auf der Herbsttagung des Bundesverbands der Krankenhaus-IT-Leiterinnen und -Leiter (KH-IT) einig, der auf der Veranstaltung zugleich sein 30-jähriges Jubiläum feierte.
Stachwitz verwies auf jährlich rund eine Milliarde Arzt-Patienten-Kontakte in Arztpraxen, bei denen es gut wäre, wenn Informationen verfügbar wären. Aus seinem Praxisalltag berichtete er, dass die elektronische Patientenakte inzwischen erste praktische Vorteile biete. Bei einem neuen Patienten habe er neben einem mitgebrachten MRT-Befund, „das war ein Zettel“, weitere Dokumente in der Akte gefunden. „Ich sehe in der elektronischen Patientenakte noch keine Berichte aus anderen Sektoren, insbesondere nicht aus den Krankenhäusern“, so Stachwitz. Erste Informationen aus Krankenhausambulanzen seien aber bereits hilfreich gewesen.
Auch die elektronische Medikationsliste (eML) bewertete Stachwitz positiv. Sie erleichtere Praxen, Behandlungen und Verordnungen anderer Ärztinnen und Ärzte nachzuvollziehen. Beim sicheren Kommunikationsdienst KIM gebe es im ambulanten Bereich Fortschritte. Aus Krankenhäusern erhielten Praxen jedoch bislang nur selten KIM-Arztbriefe.
Beyer verwies darauf, dass Krankenhäuser gleichzeitig zahlreiche Vorhaben bewältigen müssten, unter anderem Patientenportale, digitale Dokumentation, Entscheidungsunterstützung, Medikationsmanagement, Registeranwendungen, Abrechnungssysteme und die Anbindung an die Telematikinfrastruktur. Die Krankenhäuser sind bei der Telematikinfrastruktur zunächst langsamer vorangekommen. Die ursprüngliche Konnektor-Architektur sei vor allem auf Arztpraxen zugeschnitten gewesen.
Mit Highspeed-Konnektoren und TI-Gateways gebe es inzwischen aber besser geeignete Lösungen. Bei der ePA sehe die DKG inzwischen Vorteile, etwa durch Medikationsinformationen. Außerdem wollen Krankenhäuser auch Entlassungsinformationen bereitstellen.
Kliniken müssten unter anderem klären, wie und über welche Systeme Dokumente in PDF/A konvertiert, automatisiert hochgeladen und sensible Informationen geschützt werden. In der Vergangenheit haben Branchenvertreter zudem einen zentralen Virenscanner gefordert, da die Sorge besteht, dass aus den Praxen Viren kommen könnten.
Beyer berichtete von einem Papier der DKG zu Upload-Mechanismen und KIS-Anforderungen, für das der Verband bereits Kritik einstecken musste: „Da muss man 25 Seiten schreiben, um zu erklären, wie man Dokumente hochlädt“, so Beyer. Der enorme Umfang sei jedoch den vielen ungeklärten Praxisfragen geschuldet – etwa wie Kliniken mit therapeutischen Ausnahmen, Widersprüchen oder stigmatisierenden Diagn