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Activision Blizzard: Ex-Mitarbeiterin erhebt in Klage schwere Vorwürfe gegen Unternehmen
Eine ehemalige Mitarbeiterin erhebt erneut schwere Vorwürfe gegen Activision Blizzard. Sie berichtet von sexueller Belästigung, Drohungen und Diskriminierung und fordert mit ihrer Klage nun eine juristische Aufarbeitung.
Auch fünf Jahre nach dem großen Skandal um die Arbeitskultur bei Activision Blizzard sieht sich das Unternehmen erneut mit schweren Vorwürfen wegen sexueller Belästigung, Diskriminierung und Vergeltungsmaßnahmen konfrontiert. Eine ehemalige Mitarbeiterin, die 14 Jahre lang im Sound-Bereich des Unternehmens tätig war, hat laut der Los Angeles Times am 9. September 2026 unter dem Namen Jane Doe Klage vor dem Los Angeles County Superior Court eingereicht.
In der Klageschrift beschreibt die Frau eine Arbeitsumgebung, die von einer "allgegenwärtigen Frat-Boy-Kultur am Arbeitsplatz" geprägt gewesen sei. Insgesamt beschuldigt sie zehn Männer verschiedener Formen von Belästigung, unerwünschten Berührungen, körperlichen Übergriffen und sexistischen Kommentaren. Sie wirft Blizzard zudem vor, Beschwerden von ihr nicht ausreichend verfolgt zu haben.
Frat Boys sind männliche Mitglieder amerikanischer Studentenverbindungen, sogenannter Fraternities. Sie sind oft für ihren ausgeprägten Gruppenzusammenhalt, Partys und einen selbstbewussten, teils machohaften Auftritt bekannt.
Besonders schwer wiegen die Vorwürfe gegen einen ehemaligen Kollegen. Zwischen 2011 und 2012 soll dieser die Klägerin in seine Wohnung gelockt, ihr den Weg versperrt und sie mit körperlicher Gewalt bedroht haben. Laut Klage habe er außerdem "versucht sie zu vergewaltigen". Anschließend soll er sie weiterhin zu Verabredungen gedrängt und vor Kollegen beleidigt haben.
Auch ein weiterer Mitarbeiter aus der Sound-Abteilung soll die Frau über mehrere Jahre hinweg sexuell belästigt haben. Er habe ihr demnach vermittelt, dass eine Meldung der Vorfälle ihrer beruflichen Zukunft schaden könne. Ein Blizzard-Audio-Direktor wird ebenfalls beschuldigt, sie wiederholt ohne Zustimmung am Bein berührt zu haben. Nachdem sie seine Annäherungen zurückgewiesen habe, soll er laut Klage ihre Arbeit sabotiert und eine Beförderung verhindert haben.
Im Juli 2021 leitete die kalifornische Bürgerrechtsbehörde eine Klage gegen Activision Blizzard ein. Dem Unternehmen wurden unter anderem sexuelle Belästigung, Diskriminierung und Vergeltungsmaßnahmen vorgeworfen. Die Anschuldigungen lösten Proteste und einen Streik von Mitarbeitern aus. In den folgenden Jahren einigte sich Activision Blizzard mit mehreren Behörden auf Vergleiche, ohne dabei ein Fehlverhalten einzugestehen.
Darüber hinaus berichtet die Klägerin von übermäßig langen und ihrer Darstellung nach unsicheren Arbeitszeiten. Sie sei davon abgehalten worden, Überstunden zu melden. Als Folge der Belastungen habe sie Depressionen entwickelt und "musste sich in fortlaufende psychiatrische Behandlung begeben", bevor ihr Arbeitsverhältnis im April 2024 endete.
Blizzard weist die Vorwürfe nicht zurück. Ein Unternehmenssprecher sagte der Los Angeles Times: "Wir nehmen diese Vorwürfe ernst. Wir sind bestrebt, ein respektvolles und inklusives Arbeitsumfeld zu schaffen, und erreichen dies durch branchenführende Richtlinien und Systeme, die darauf ausgelegt sind, Belästigung, Diskriminierung und Vergeltungsmaßnahmen zu verhindern und zu bekämpfen, sowie dadurch, dass wir Mitarbeiter für ihr Verhalten zur Verantwortung ziehen."