// HEISE ONLINE — INTELLIGENZA ARTIFICIALE
Kabelloses 4K-HDR: DJI stellt SDR Transmission 2 vor
DJIs neue Videofunkstrecke überträgt DCI-4K60 mit 10-Bit-HDR. Die Module arbeiten wahlweise als Sender oder Empfänger.
This article is also available in
English.
It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.
DJI hat mit dem „SDR Transmission 2“ eine neue drahtlose Videostrecke für Film- und Fernsehproduktionen vorgestellt. Das System überträgt laut Hersteller DCI-4K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde und 10-Bit-HDR. Die Funkmodule lassen sich jeweils als Sender oder Empfänger konfigurieren – unter von DJI definierten Idealbedingungen soll die Reichweite bis zu vier Kilometer betragen.
DJI zielt damit auf Produktionsteams, die ihr Kamerasignal drahtlos an Kontrollmonitore, Regieplätze oder Schärfezieheinrichtungen weiterleiten wollen. Das Kürzel SDR steht für „Software Defined Radio“, nicht für „Standard Dynamic Range“. Die HDR-Übertragung widerspricht der Produktbezeichnung also nicht.
Die auffälligste konstruktive Neuerung betrifft die Rollenverteilung. Beim Vorgänger bot DJI getrennte Sender- und Empfängereinheiten an. Jetzt übernimmt dieselbe Hardware wahlweise eine der beiden Funktionen. Für eine einfache Punkt-zu-Punkt-Verbindung benötigt man weiterhin mindestens zwei Geräte – doch Verleiher und Produktionsteams können Ersatzgeräte flexibler einplanen und ein Modul je nach Aufbau auf der Kamera- oder Monitorseite einsetzen.
Die Haupteinheit verfügt über einen HDMI-Anschluss und zwei USB-C-Ports, wobei der untere auch DisplayPort-Signale überträgt. Einen SDI-Anschluss gibt es erst über eine separat erhältliche Erweiterungsplatte – wer SDI-Workflows nutzt, muss dieses Zubehör einplanen. Über HDMI und DisplayPort werden DCI-4K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde unterstützt, über SDI maximal 1080p60. HDR setzt laut DJI ebenfalls HDMI oder DisplayPort voraus.
DCI-4K entspricht 4096 × 2160 Pixeln und ist damit etwas breiter als das bei Fernsehern verbreitete UHD-Format mit 3840 × 2160 Pixeln. Die Farbtiefe von 10 Bit erlaubt 1024 Abstufungen pro Farbkanal statt 256 bei 8 Bit. Das kann sichtbare Stufen in gleichmäßigen Farb- und Helligkeitsverläufen verringern, setzt aber eine durchgehend kompatible Signalquelle und einen geeigneten Monitor voraus.
Die beworbene Reichweite von vier Kilometern gilt nicht pauschal. DJI hat den Wert nach CE-Vorgaben mit einem Sender und einem Empfänger unter kontrollierten, offenen, hindernisfreien und störungsfreien Bedingungen ermittelt. Gebäude, Personen, andere Funknetze und die regional zulässige Sendeleistung können die nutzbare Distanz erheblich verkürzen.
Die Transceiver arbeiten in den Bereichen 2,4 GHz und 5 GHz einschließlich DFS-Bändern. DJI weist darauf hin, dass einzelne Frequenzbereiche regional nicht zulässig sein können. In Deutschland sollten Anwender besonders bei der automatischen Kanalwahl prüfen, welche Frequenzbänder und Indoor-/Outdoor-Nutzungen die aktuelle Allgemeinzuteilung erlaubt.
Am Set ist die Maximalreichweite ohnehin nur ein Faktor unter mehreren. Signalreserven, Hindernistoleranz und die Verzögerung zwischen Kamera und Monitor spielen eine ebenso große Rolle. Gerade beim Schärfeziehen oder bei Liveproduktionen kann eine höhere Latenz stärker ins Gewicht fallen als die maximale Auflösung. Herstellerwerte lassen sich dabei nur innerhalb des jeweils dokumentierten Videoformats und Testaufbaus sinnvoll vergleichen.