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Spansion kehrt zurück: Infineon verkauft Teile der Flash-Sparte an Winbond
Zum Preis von 1,12 Milliarden US-Dollar verkauft der deutsche Halbleiterhersteller Infineon sein Geschäft mit NOR Flash und F-RAM an das taiwanische Unternehmen Winbond. Das Geschäft wird unter einem bekannten Namen eigenständig fortgeführt: Spansion heißt das neue Unternehmen in Kalifornien – wie der einstige Flash-Hersteller.
Aus Sicht von Infineon ist der Verkauf ein gutes Geschäft: Die „Transaktion spiegelt starke Marktposition und Wert des NOR Flash- und F-RAM-Geschäfts wider“, heißt es in der Pressemitteilung zum Verkauf der Sparte. Insbesondere NOR-Flash ist aktuell durchaus gefragt, da er auch zum Einsatz in KI-Servern benötigt wird. Marktforscher gingen jüngst von einer Verdoppelung der Preise aus.
Unter Winbond soll das Geschäft mit den beiden Speichertypen als eigenständiges Unternehmen mit Hauptsitz im kalifornischen Silicon Valley weitergeführt werden. Der Abschluss der Transaktion wird für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet. Nötige Genehmigungen von Behörden stehen allerdings noch aus.
Damit will sich Infineon nach eigenen Angaben stärker „auf die zentralen Wachstumstreiber“ konzentrieren.
„Die Transaktion ermöglicht es Infineon, das Portfolio und die Kapitalallokation noch stärker auf die zentralen Wachstumstreiber auszurichten. Gleichzeitig kann dadurch unser NOR Flash- und F-RAM-Geschäft das volle Potenzial entfalten“, erklärt Peter Schiefer, Präsident der Automotive-Division von Infineon.
Winbond sei als Spezialist für Speicherlösungen ein „idealer Partner“. Das verbliebene Portfolio mit spezialisierten Speicherlösungen von Infineon, das unter anderem SRAM, nvSRAM, den sogenannten HYPERRAM sowie strahlungsgehärtete Produkte (SONOS) umfasst, soll als „wichtiger Bestandteil des Infineon-Portfolios für Anwendungen in den Bereichen Automotive, Industrie, Infrastruktur, Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung“ weiter bestehen. Speicherlösungen für Weltraummissionen werden am Ende sogar noch einmal explizit erwähnt. Hier sieht Infineon demnach Wachstumspotenzial.
Wer die Branche mit Flash-Speicherprodukten schon länger verfolgt, dem ist der Name Spansion vielleicht noch ein Begriff. Die Ursprünge von Spansion liegen in einem Joint-Venture von AMD und Fujitsu, das als Fujitsu AMD Semiconductor Limited (kurz FASL) in den 1990er-Jahren sogar einmal führend bei Flash-Speicher gewesen ist. Im Jahr 2004 folgte die Umbenennung in Spansion, wobei der Name einer früheren Produktmarke entsprang. 2006 wurde aus Spansion ein eigenständiges Unternehmen, da sich AMD aufgrund anhaltender Verluste zu einer Ausgliederung entschloss.
Aus der finanziellen Misslage konnte sich Spansion jedoch nicht mehr befreien und der Name verschwand im Zuge der Fusion mit Cypress Semiconductor Ende 2014. Diese Firma wurde schließlich von Infineon im Jahr 2020 übernommen und so schließt sich nun der Kreis.
Wie Winbond jetzt verkündet, wird das von Infineon erworbene NOR Flash- und F-RAM-Geschäft künftig erneut unter dem Namen Spansion firmieren. Die entsprechenden Markenrechte gehören also zum Deal.