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Autonomes Flugzeug ist erstmals quer durch die USA geflogen
Eine umgerüstete Cessna Caravan ist nach Angaben von Joby Aviation 5.148 Kilometer von Kalifornien nach North Carolina geflogen, ohne dass der Sicherheitspilot die Steuerung übernehmen musste. Rollen, Start, Navigation und Landung liefen autonom, während ein Fernpilot die Mission überwachte. Der Flug zeigt damit den Fortschritt automatisierter Luftlogistik, ist aber noch keine Zulassung für regulären unbemannten Betrieb.
Santa Cruz (U.S.A.). Joby bezeichnet den Flug als vollständig autonom, technisch bedeutet das in diesem Fall jedoch nicht, dass kein Mensch beteiligt war. Ein Sicherheitspilot saß während der gesamten Reise an Bord, griff nach Unternehmensangaben aber kein einziges Mal in die Steuerung ein. Am Boden überwachte ein Remote Pilot als verantwortlicher Pilot die Mission, konnte Flugpläne aktualisieren und den Funkverkehr mit der Flugsicherung führen.
Die umgerüstete Cessna 208B Grand Caravan nutzt das Autonomiesystem Superpilot, das Joby Aviation 2024 mit der Autonomiesparte von Xwing übernommen hat. Das System kann Rollen, Start, Reiseflug und Landung automatisieren und wird von einer Bodenstation aus überwacht, während Joby Aviation um Gründer und CEO JoeBen Bevirt die Technik vor allem für Fracht-, Notfall- und Verteidigungseinsätze weiterentwickelt.
Die Ost-West-Etappe führte von Buchanan Field in Concord in Kalifornien über Phoenix, Fort Worth und die Shaw Air Force Base bis zum Dare County Regional Airport in North Carolina. Insgesamt legte das Flugzeug 3.199 Meilen oder 5.148 Kilometer zurück. Nach Angaben von Joby bewältigte es dabei stark frequentierten Luftraum und änderte seine Missionsplanung in Echtzeit, um Gewittern und anderem schweren Wetter auszuweichen.
Entscheidend ist dabei die Trennung zwischen autonomer Flugsteuerung und menschlicher Aufsicht. Der Bordpilot musste nach Angaben des Unternehmens keine Steuerbefehle geben, der Fernpilot blieb aber Pilot in Command. Er war unter anderem für Überwachung, Änderungen am Flugplan und die Kommunikation mit der Flugsicherung zuständig, während die maximale Distanz zwischen Flugzeug und überwachender Bodenstation laut Joby 2.323 Meilen oder 3.739 Kilometer betrug.
„Diese Reise quer durch Amerika bietet einen Ausblick auf eine neue Ära der Luftfahrt. Autonomie wird in der Zukunft des Fliegens eine wichtige Rolle spielen, weil wir dadurch abgelegene Gemeinden verbinden, wichtige Güter liefern, schneller auf Katastrophen reagieren, militärische Einsätze unterstützen und Piloten aus Gefahren heraushalten können“, sagt JoeBen Bevirt.
Der Transkontinentalflug baut auf einer längeren Erprobungsphase auf. Joby nennt inzwischen mehr als 400 Flüge und 800 automatisierte Flugstunden im kontrollierten und unkontrollierten Luftraum. Diese Zahlen stammen vom Unternehmen und sind nicht als unabhängig veröffentlichte technische Auswertung des jetzigen Transkontinentalflugs zu verstehen.
Schon 2024 flog die autonome Cessna bei der US-Luftwaffenübung Agile Flag Logistikmissionen, 2025 folgte die Übung REFORPAC im Pazifik. Dabei absolvierte Superpilot nach Joby-Angaben 7.342 Meilen über 43,7 Stunden, einschließlich Flügen zwischen hawaiianischen Inseln und einer Fernüberwachung von einer Bodenstation auf Guam.
„Autonomes Fliegen kann verändern, wie wir wichtige Güter liefern, auf Notfälle reagieren und unsere Soldaten unterstützen. Wir haben diese Technologie bereits in anspruchsvollen Militärübungen demonstriert. Jetzt bringen wir sie quer durch Amerika, um zu zeigen, wie sich das Flugzeug in unseren nationalen Luftraum integrieren lässt, damit es Gemeinden dienen, unsere Logistiknetze stärken und Menschen aus Gefahren heraushalten kann“, sagte JoeBen Bevirt zum Start der Tour.
Mit dem System zielt Joby derzeit vor allem auf Fracht, medizinische Transporte, Katastrophenhilfe und militärische Logistik. In North Carolina unterstützt die J208 die Initiative eLIFT-NC, die Luftlogistik für medizinische Versorgung und Katastrophenhilfe testen soll. Im Westen ist Joby P