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KI-Update kompakt: KI-Moderation, Finanzmarkt, Datenschutz, GPT-Images
Das "KI-Update" liefert drei mal pro Woche eine Zusammenfassung der wichtigsten KI-Entwicklungen.
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Meta will die Moderation auf Facebook und Instagram bis Ende 2026 weitgehend automatisieren. Schon heute übernehmen Sprachmodelle die Hälfte aller menschlichen Prüfanfragen. Bei manchen Inhaltstypen sollen künftig neun von zehn Entscheidungen allein von der KI stammen. Offiziell nennt Meta die Qualität als Grund: Interne Tests zeigten 13 Prozent weniger Fehler und 10 Prozent mehr erkannte Regelverstöße als bei menschlichen Prüfern. Informanten der Financial Times zufolge geht es primär ums Geld, da Meta seine milliardenschweren KI-Investitionen gegenfinanzieren will. Das Unternehmen bestreitet dies.
Technisch wechselt Meta von Google Gemini auf sein eigenes Modell Muse Spark aus den Super Intelligence Labs. Die Umstellung holpert. Intern heißt es, die KI sperre harmlose Inhalte und es fehlten Methoden, ihre Leistung verlässlich zu messen. Zunächst trifft der Wandel Vertragsfirmen, deren Aufträge auslaufen. Langfristig dürfte er auch eigene Stellen kosten, denn Mark Zuckerberg will einzelne Mitarbeiter so mit KI ausstatten, dass sie die Arbeit ganzer Abteilungen erledigen.
Der Sächsische Landtag hat sein Polizeigesetz reformiert und gibt der Polizei weitreichende KI-Befugnisse zur Überwachung. Kernstück ist die automatisierte Videoüberwachung. Die Systeme verfolgen Personen über mehrere Kameras, analysieren Verhalten, erkennen gefährliche Gegenstände und führen biometrische Gesichtserkennung in Echtzeit durch. Zusätzlich dürfen Ermittler Gesichter und Stimmen mit frei zugänglichen Internetdaten abgleichen. Das Verfassungsgericht hatte eine Neuregelung bis Ende Juni verlangt, weshalb das Gesetz unter Zeitdruck entstand.
Innenminister Schuster verteidigt das Gesetz als ausgewogenen Kompromiss. Opposition und Bürgerrechtler kritisieren den Aufbau einer Überwachungsinfrastruktur. Der Chaos Computer Club warnt vor großem Missbrauchspotenzial der neuen Technik.
Die US-Großbank J.P. Morgan sieht zahlreiche Warnsignale an den Finanzmärkten rund um KI und spricht von übertriebener Begeisterung der Investoren. Seit dem Start von ChatGPT Ende 2022 treiben demnach nur 42 KI-Unternehmen im S&P 500 bis zu 80 Prozent der Gewinne, Erträge und Investitionen des gesamten Index.
Bei Halbleiter-Aktien erkennt die Bank Muster wie zur Dotcom-Blase: Hedgefonds sind stark in Chip-Aktien investiert, an der koreanischen Börse steigen kreditfinanzierte Käufe, und auch Privatanleger handeln mehr Chip-Optionen. Der Einfluss gehebelter Chip-ETFs auf die Aktienmärkte hat sich seit Anfang 2024 verfünffacht. Die zehn größten US-Aktien machen inzwischen rund 40 Prozent der Marktkapitalisierung des S&P 500 aus, 2015 waren es 17 Prozent.
Die US-Regierung hat die Sperre von Anthropics Modell Claude Mythos teilweise aufgehoben, und zwar per Brief von Handelsminister Howard Lutnick. Er stellt fest, dass geeignete Sicherheitsvorkehrungen vertrauenswürdigen Partnern den Zugang erlauben. Diese sollen verhindern, dass das Modell nach einem Jailbreak gefährliche Aufgaben ausführt. Anthropic unterliegt als Lieferketten-Risiko weiterhin strengen Exportkontrollen, nur etwa hundert Firmen und Behörden erhalten Zugang zu Mythos. Berichten zufolge darf auch die NSA das Modell für offensive Cyberangriffe nutzen.