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Marktbericht: DAX gibt am großen Verfallstag nach
Der deutsche Aktienmarkt hat die Woche mit Verlusten beendet. Die Anleger blickten mit Sorge auf die unsichere Lage im Nahen Osten. Auch der große Verfallstag sorgte für Bewegung.
Der DAX hat am Freitag nachgegeben. Zum Handelsschluss stand der deutsche Leitindex bei 25.304 Punkten und damit 1,6 Prozent niedriger als am Vortag. Auf Wochensicht ergibt sich damit ein Minus von 1,0 Prozent.
Neben der internationalen Geldpolitik rückten neue Konjunkturdaten aus Deutschland in den Blick. Der Anstieg der Erzeugerpreise hat sich im August stärker beschleunigt als erwartet. Damit verdichteten sich nach Einschätzung des Analysten Andreas Lipkow von CMC Markets die Hinweise auf einen wieder zunehmenden Preisdruck in Deutschland.
"Der Iran-Krieg und die Hitzewelle fordern ihren Tribut. Auf vorgelagerter Ebene zeigt sich, dass Preisdruck unterwegs ist", sagte Chefvolkswirt Alexander Krüger von der Bank Bethmann HAL. Dies dürfte bei den Verbraucherpreisen ankommen, "wie stark auch immer". Inflationsseitig gehe der Blick damit weiter nach oben.
Die angespannte Lage im Nahen Osten bleibt ein weiterer Unsicherheitsfaktor. Dabei hat sich der Ölmarkt zuletzt etwas beruhigt. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent und für US-Öl WTI gab am Freitag zeitweise um rund 2,5 Prozent nach. Allerdings bleiben die Notierungen über 100 Dollar je Fass - und damit deutlich höher als vor Krisenbeginn.
Seit Dienstag haben die Ölpreise damit jeweils rund fünf Prozent verloren. Die unmittelbaren Sorgen um die Versorgung haben sich zuletzt etwas verringert. Anfang der Woche waren die Preise dagegen auf den höchsten Stand seit vier Monaten gestiegen.
Für die Börsen ist die Entwicklung des Ölpreises wichtig: Deutlich teureres Öl kann die Kosten für Unternehmen und Verbraucher erhöhen und damit den Inflationsdruck verstärken. Das könnte wiederum die Geldpolitik der Notenbanken beeinflussen.
Für zusätzliche Kursschwankungen sorgte am Freitag der große Verfallstag an den Börsen. Dabei laufen Verträge aus, mit denen Anleger auf die Entwicklung von Aktien und Börsenindizes gesetzt oder sich gegen Kursverluste abgesichert haben.
Vor allem große Marktteilnehmer müssen ihre Positionen deshalb anpassen. Dadurch können einzelne Aktien und auch die großen Börsenindizes zeitweise stärker schwanken.
Zu den großen Verlierern im DAX gehörte Volkswagen. Die Aktien gaben zwischenzeitlich um sieben Prozent nach. Die anhaltende Marktschwäche in China, eine Milliardenabschreibung auf Porsche, die Kosten für den Konzernumbau und der Trend zu margenschwachen Elektroautos lassen den Gewinn bei Europas größtem Autobauer Volkswagen abschmelzen.