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USA-Reise von Pistorius: Es ist etwas in Bewegung gekommen
Vier Tage war Verteidigungsminister Pistorius in den USA. In Washington, New York und Fort Worth in Texas wird schnell klar, dass sich etwas verändert hat: Das Interesse der USA am Bündnispartner scheint neu erwacht.
Es ist die erwartet große Show. Dramatische Musik, actionreiche Videos und große Worte. Nach einer halben Stunde ist es soweit: der Vorhang fällt. Und dann steht er da. Der erste deutsche F-35A-Kampfjet. "Danke für die Gänsehaut", sagt Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD).
Der Kampfjet ist, wenn man so will, ein echtes "Zeitenwende-Kind". 2022, kurz nach Russlands Angriff auf die Ukraine, fiel nach jahrelangen Diskussionen die Entscheidung, das Modell des US-Anbieters Lockheed Martin zu kaufen.
Der F-35A-Tarnkappenjet soll die in die Jahre gekommenen Tornados der Bundeswehr ablösen, die im Ernstfall US-Atomwaffen transportieren würden. Sie sind damit wesentlicher Teil des NATO-Abschreckungskonzepts der nuklearen Teilhabe.
In Texas hat Bundesverteidigungsminister Pistorius den ersten von 35 Kampfjets des Typs F-35A übernommen.
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Die Übergabe ist ein bedeutender Schritt aus Sicht des deutschen Verteidigungsministers. Es kommt nicht allzu oft vor, dass ein neuer Kampfjet eingeführt wird. Weshalb in Fort Worth nicht nur Vertreter der Bundeswehr anwesend sind, sondern auch Bundestagsabgeordnete und Vertreter der deutschen Rüstungsindustrie.
Der F-35A gilt als das derzeit modernste Kampfflugzeug der Welt. Deutschland hat 35 Stück bestellt. Für den Kampfjet vom US-Hersteller Lockheed Martin spricht aus Sicht des Ministers seine Tarn-Eigenschaften, eine besonders leistungsfähige Sensorik und die Fähigkeit, große Datenmengen zu sammeln und zu einem vollständigen Lagebild zu verarbeiten.
Ein weiterer Pluspunkt aus Sicht des Verteidigungsministeriums: Der F-35A wird von vielen Verbündeten genutzt. Das vereinfacht die Zusammenarbeit, ob bei der Wartung, bei Übungen oder eben auch im Einsatz.
Allerdings gibt es auch Kritik. Der HighTech-Kampfjet gilt als wartungs- und instandsetzungsintensiv. Das wirkt sich auch auf die Einsatzbereitschaft aus. Einem Bericht des US-Rechnungshofs zufolge lag sie bei den USA im vergangenen Jahr bei 28 Prozent der Maschinen, im Rest der Flugzeugflotte bei mehr als 60 Prozent. Deutschland hat vorsorglich ein großes Wartungs- und Servicepaket mitbestellt. Das hat den Stückpreis noch einmal in die Höhe getrieben.
Sorgen, dass sich Deutschland damit noch abhängiger von US-Systemen machen könnte, teilt Pistorius nicht. Auch bei der Luftwaffe wird immer wieder darauf hingewiesen, dass das Programm multinational sei. Rumpfteile für den F-35A werden unter anderem im nordrhein-westfälischen Weeze hergestellt. Der angeblich eingebaute Ausschalter, der Kill Switch, sei ein Mythos. Wenn irgendwann Updates ausblieben, erklärt er im Bundeswehr-Podcast, oder Datenbanken veralten, dann könnten natürlich Probleme auftreten.